Tagesarchiv: 29.01.2020


Was hat Preselection mit der Schufa zu tun?

Neulich versuchte ich bei Arcor einen Vertrag über Preselection abzuschließen. Da kam auch prompt die Post mit den dafür erforderlichen Verträgen.

Argwöhnisch, wie ich nun einmal bin sehe ich da einen Vertragsbestandteil der mir nicht passt: Ich bin widerruflich damit einverstanden, dass Arcor zur Bonitätsprüfung nach Ziffer 8 der AGB Festnestz (…) Daten mit der Schufa bzw. einer Wirtschaftsauskunftei austauscht.

Wofür? Ist die Verhtältnismäßigkeit von 4,95 EUR/mtl. für 333 Telefonminuten eine Schufaauskunft wert? Vor allem müssen nach Bundesdatenschutzgesetz die „Wirtschaftsauskunteien“ benannt werden. Okay Schufa ist klar und verständlich. Nur wohin geht Arcor noch mit diesen Daten?

Nachdem ich diesen Passus im Vertrag gestrichen hatte erhielt ich eine Ablehnung des Vertrages zurück und Arcor berief sich auf ihre AGB, die die Schufaübertragung notwendig „machen“.

Ich habe keine Hardware für viele Euro erhalten, sondern wollte nur Telefonieren aber dafür meine Privatsphäre preisgeben? Vor allem Bonitätsprüfung. Die Schufa kennt nicht die Summe oder Bewegungen auf meinen Konten. Der Scorewert ist mehr als undurchsichtig für den Betroffenen zu werten. Eine Bonitätsentscheidung aber ist auf keinen Fall möglich. Sicher gibt es Negativeinträge und Menschen, die nur auf ihre Ersparnis schauen und dafür alles preisgeben.

Mir tat die arme Frau in der Hotline am 18.11 gegen 18:15 Uhr leid, die meine Argumentationen anhören mußte. Leider hatte die vermutlich junge Dame keine Ahnung wovon ich redete.

Dann macht mich das Wort widerruflich etwas stutzig. Wenn das unabdingbar ist, eine Schufaauskunft einzuholen, was passiert, wenn ich die Schufa widerrufe? Das konnte mir die Dame an der Hotline auch nicht erklären. Soviel zum Sachverständnis.

Man sollte wissen, was man unterschreibt und welche Folgen das haben kann. Ich verzichte dankend bei dieser Praxis


Personalabbau mit Aufpreis

An Personal wird überall gespart, auch in Kinos. Besonders erfreulich sind für Kinogänger die Online-Tickets. Hierbei kann der Besucher seine Tickets im Internet kaufen, sich seine Plätze aussuchen und vor allem gleich bezahlen darf.

Nur da kommt die Überraschung da werden tatsächlich Aufschläge für die Tickets erhoben. Jetzt sollte man denken die Onlineverbindung und die EDV-Kosten wären geringer als menschliches Personal. Wie man sich täuschen kann. Bei ausgewählten Vorstellungen ist dann auch die Möglichkeit der kostenlosen Reservierung nicht gegeben.

Dieser effekt ist einzigartig: Man verkauft Kunden etwas als Vorteil und und läßt ihn dafür extra zahlen und hintenrum kann man sogar noch Personal einsparen.

tolle neue welt…


HDReady – Kopierschutz!

Die tägliche Zeitung bringt uns massig Anzeigen für neue Fernsehgeräte (Röhre, LCD und Plasma). Nachdem die Schwemme von HD-kompatiblen Geräten verebbt ist gibt es nun HDReady-Modelle in großen Stückzahlen.

Voraussetzung für das Logo HDReady ist, dass am digitalen DVI-Eingang oder am digitalen HDMI-Eingang der Kopierschutzstandard HDCP* unterstützt wird.

Mit diesem Verfahren soll sichergestellt werden, dass keine unerlaubten Kopien angefertigt werden. Dazu ist es auch beim Wiedergabegerät oder Receiver erforderlich, dass der Kopierschutz ebenfalls unterstützt wird.

Evtl. schalten die Wiedergabegeräte und Receiver in solchen Fällen analoge Ausgänge ab oder geben eine verminderte Qualität weiter. Auch kann bei nichtvorhandensein oder bei veränderten Kopierschutzschlüsseln die Wiedergabe gänzlich verweigert werden.

Was nur wenige dabei beachten auch HDTV-Sendungen können auf diese Weise geschützt werden. Damit ist das einfache Aufzeichnen von HD-Filmen nicht ohne weiteres möglich.

Es ist schade, dass gerade die Fussball-WM dazu mißbraucht wird die HDReady-Geräte mit eingebauten Kopierschutz unter das Volk zu mischen, wo doch jeder einen neuen Fernseher „braucht“.

*High-bandwidth Digital Content Protection


Die Reformen die keiner wollte

Nun ist die Rechtschreibreformreform offiziell in Kraft getreten. Für Niedersachsen pünktlich zum 60. Geburtstag ein schönes Geschenk.

Reformen sind selten beliebt und oft nur ein fauler Kompromiss. Wie auch die schon in Kraft getretene Rechtschreibreform, die geänderte Rechtschreibreform und die Verbindlichkeit der Rechtschreibreform.

Erschreckend ist hierbei, dass die Gesundheitsreform und Einkommenssteuerreform selten etwas gutes für die plichtversicherten, steuerzahlenden Bürger hat.

Die beteiligten Gremien hadern mit Änderungen ins Ungewisse und Lobbyisten tun ein Übriges. Auch wenn die Medien Aufklärung versuchen, wird es noch sehr lange dauern bis die Bürger die Rechtschreibreform anwenden können und werden.

Bei den anderen Reformen, bei denen es mehr ums Geld geht, da bleibt alles beim alten: Unsere Volksvertreter, die wir selber wählen durften, schöpfen aus dem Vollen und der Bürger darf es zahlen, ob er damit einverstanden ist oder nicht.