Was taugt eine Fitnessuhr für 27€?

Für diesen Test musste ich nicht tief in die Tasche greifen. Das Angebot kling zu verlockend, für nur 26,80€ soll die Uhr Fitnessdaten messen, Telefonanrufe und Nachrichten des Smartphones anzeigen und das ganze fünf Tage mit einer einzigen Akkuladung. Als Referenz dient hier eine Garmin Fenix 8 Saphire Titan die man für 1100€ erstehen kann. Das soll jetzt kein Vergleich mit der über 40 mal teureren Uhr werden, sondern einfach nur zeigen was denn die Uhr aus China so kann. Spoiler: Nicht besonders viel.

Ausgepackt und angeschaut.
Die Uhr kommt in einer schlichten Box kaum größer als eine Schachtel Zigaretten. Die Uhr ist in einem Schaumstoff gut gesichert, darunter befindet sich das Zubehör, das etwas lieblos einfach in der Packung liegt. Mit dabei ist ein weiteres Armband, in meinem Fall ein Milanese Band, allein das Milanese Band der Apple Watch kostet mehr als diese Uhr. Dazu ein Ladepuck mit USB-A Kabel der magnetisch an die Uhr dockt, die über zwei Pins, also nicht drahtlos, lädt.
Aufgeladen und ran an das Handgelenk. Die Uhr ist in ihrem Metallgehäuse recht gefällig anzuschauen. Auch das 1,4 Zoll große Display überzeugt durch eine hohe Auflösung von 480 dpi und ist sehr hell, heller als die Garmin mit 1000 Nits.

Die Uhr wird beworben mit 5-7 Tagen Laufzeit, geschafft hat sie 4 Tage. Das funktioniert allerdings nur, weil die Uhr weder den Puls noch die Sauerstoffsättigung permanent misst, das geht nur manuell vonstatten. Der Pulsmesser funktioniert nur dann einigermaßen genau, wenn die Hand ruhig gehalten wird, ansonsten liegt sie schon mal gerne 10 bis 20 Schläge pro Minute unter der Referenz. Ebenso verhält es sich mit dem Pulsoximeter. Permanent wird hier eine Sauerstoffsättigung von 98 bis 99% anzeigt, während die Garmin 91% anzeigte.

Wenn schon diese Werte nicht nutzbringend genau sind, wie sieht es denn dann mit dem Schrittzähler aus? Nicht besonders gut. Es wird 30 bis 40% weniger angezeigt als bei der Referenz. Während die Garmin 7436 Schritte an einem Tag zählte, waren es bei der Billig-Uhr nur 3871! Die Fitnessprogramme zielen auf Muskelbildung ab, keine Lauf- oder Wanderprogramme. Probiert habe ich diese nicht, denn wenn die Uhr schon so daneben liegt, wie soll das erst beim Training aussehen? Das Schlaftraking funktioniert auch nur so lala.

Zu was kann man die Uhr nutzen? Man kann mit Ihr Benachrichtigungen anzeigen lassen und Telefonate über mit dem Bluetooth 5.3 verbundenen Smartphone führen, das klingt nicht einmal so schlecht. Man kann den Musikspieler steuern und die Kamera am Telefon auslösen. Einen Taschenrechner gibt es auch und auch das Wetter wird einem angezeigt.

Fazit: Wer keinen Wert auf Gesundheitsdaten legt, sondern nur die Uhrzeit und Benachrichtigungen lesen will und dazu ein wenig telefoniert, kann die Uhr kaufen. Für den Preis erhält man genau das, aber auch nicht ein Stück mehr. Da sind Fitnessbänder wie von Xiaomi oder Garmin einfach genauer, dafür sehen die halt nicht so schön aus. Wo gibt es die Uhr? Bei Temu.


Ein Satz mit X, das wars mit X

Wir verabschieden uns von X ehemals Twitter. Damals als ich zu Twitter ging, war das noch ein offenes „soziales“ Netzwerk auf dem man gleichgesinnte finden konnte. Man fand aktuelle Nachrichten zu Themen und konnte dazu seine Meinung abgeben. Das Netzwerk entwickelte sich behäbig weiter, es kamen Filter dazu, Möglichkeiten Beiträge zu melden, längere Tweets zu posten und mehr. Immer irgendwie radikaler und nicht so selbstdarstellerisch wie Facebook.

Das X-Logo durchgestrichen

Dann wurden die Beiträge immer schriller, ebenso wie die Nutzer. Es kamen die Shitstorms und die Cancelculture. Es kam ein Donald Trump hinzu, mit seinen ikonischen Tweets, die seine Lügen und Halbwahrheiten in schroffen Worten verbreiteten. Twitter sah sich  gezwungen diese zu kommentieren und moderieren. Am Ende flog er nach der verlorenen Wahl und dem Sturm auf das Capitol raus. Das brachte Elon Musk auf den Plan, der selber schon schräge Tweets brachte und die, aus seiner Sicht, Zensur auf dem Netzwerk kritisierte. Es gibt einen Unterschied zwischen Lügen und freier Meinung, diesen ignorieren Menschen wie Trump und Musk offensichtlich.  Dann kam der Tag als Musk für 44 Milliarden US-Dollar Twitter kaufte. Viele sprangen da schon ab, wir blieben noch eine Weile, bis dann schließlich Konten Pädophilen wieder freigeschaltet wurden. Wir stellten unsere Postings ein, so wie viele andere auch und der Sinkflug begann. Viele große Werbetreibende sprangen ab, und die Werbung nahm exorbitant zu.

Unser Konto gibt es noch, genau bis zum 1.Oktober. Wir werden es nicht löschen, so das die Beiträge erhalten bleiben, aber dort nichts mehr posten und auch nicht mehr dort Antworten. Mit dem heutigen Tag ist der Feed abgeschaltet. Wir sagen Danke für nix auf X.

Derweil findet ihr uns auf BlueSky und Mastodon, wobei letzteres zu zerklüftet und unorganisiert ist.


Klicken Sie hier für die totale Verblödung

Haben Sie nicht auch schon mal Werbung gesehen, die Ihnen verspricht mit wenig bis gar keinem Aufwand durch ein tägliches Ritual ohne Mühen abzunehmen? Oder solche die mit Prominenten werben die einem versprechen reich zu werden? Ganz schlimm ist, dass so genannte Nachrichtenportale wie die von Microsoft damit vollgepflastert sind.

Beispiele:
Ich verrate Ihnen wie sie mit nur 30 Sekunden täglich gesund und dauerhaft abnehmen.
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Mit diesem Schlankheitsgummi ganz leicht abnehmen.
Christian Lindner verrät in der Show von Maybritt Illner wie man ganz schnell reich wird.

Euroscheine auf einem haufen

Bild von J S auf Pixabay

Klickt man auf solche Werbung bekommt man meist einen ewig langen Text oder ein mindestens zwanzigminütiges Video mit gefühlt hundert mal der selben Botschaft. Zum Beispiel wird einem lang und breit erklärt, das eine Fettleber zusammen mit einem trägen Darm verhindert, das man schlank gesund und Fit ist. Lässt man die Litanei über sich ergehen, ein Vorspulen ist nicht möglich, bekommt man ein einmaliges super tolles Sonderangebot. Statt 69€ für die Wunderpillen, zahlt man nur 49€. Das 30 sekündige Ritual ist nämlich, das man morgens die Pillendose aus dem Schrank nimmt und eine Pille zu sich nimmt, die Wunder bewirken soll. Wenn Sie jetzt gleich kaufen, dann bekommen sie für drei Packungen 40% Rabatt. Aber nur heute hier und jetzt!

Genauso wenig wie man durch Fasten dauerhaft abnimmt, wird man durch die Pillen schlanker. Man wird auch nicht reicher wenn man in dubiosen Finanzapps reich wird, die angeblich sogar Finanzminister Lindner benutzt. Auch die Wunderalgen, die in einer Matratze verarbeitet im Schlaf schlanker macht, funktioniert nicht. Das einzige das hier funktioniert ist, dass dubiose Anbieter mit billigsten Tricks Geld verdienen und Kunden damit auch nicht ein Stück reicher oder gesünder machen. Die Abnehmpillen enthalten vielleicht ein paar Kräuterextrakte, das ist nicht gefährlich, bringt aber auch nichts. Richtig gefährlich sind die Finazapps mit denen man Bitcoins oder ETFs handelt, meistens sind sie gefaket und sobald man seinen angeblichen hohen Gewinn abschöpfen will, stellt sich heraus, das alles nur eine Luftnummer war.  Das die Newsportale da mitmachen und die Werbung ohne Kontrolle verbreiten ist um so schlimmer.

Klicken sie nicht die Werbebanner, klicken Sie lieber hier um auf dem laufendem zu bleiben.


Der lange steinige Weg der Digitalisierung

Neulich gab es einen Bericht im Fernsehen, ich weiß nicht mehr auf welchem Sender, über die Beantragung von BaFög. So können Studenten mittlerweile einen Antrag auf das Fördergeld über eine App oder die Webseite stellen. Aber man denke nicht das die Behörde den Antrag auch digital, d.h. am Rechner bearbeitet, diese Anträge werden ausgedruckt und als Papierakte weiterbearbeitet.


Bild von Jana Schneider auf Pixabay

Noch ein Beispiel gefällig? Das eRezept ist seit Beginn des Jahres verpflichtend. Soll heißen, der Arzt gib in seiner Software die Medikamente und deren Dosierung ein und überträgt die Daten an den Gematik Server. Anschließend kann der Patient mit seiner Gesundheitskarte in jeder beliebigen Apotheke die Medikamente abholen, ohne Papierausdruck wie bislang. Feine Sache sollte man denken, auch wer seine Karte vergisst kann sich noch ein Rezept als QR-Code Ausdruck mitnehmen. So weit so digital. Umständlich wird es, wenn der Patient eine App nutzen möchte. Dazu muss er sich nämlich bei seiner Krankenkasse eine Code holen, der per Postident Verfahren beantragt werden muss. Nix Gesundheitskarte mit NFC am Smartphone einlesen und sich über seine Daten authentifizieren. Nein, alles schön analog.

Aber das wars dann auch mit Digitalisierung, dann bei der ganzen Sache sind die Pflegeheime noch außen vor. Will sagen, ein Pflegeheim gibt zwar alle Medikamente zu deren Bewohnern in deren Software ein, diese Daten werden jedoch nicht digital an die Arztpraxis übertragen sondern per FAX! D.h. die oder der Arzthelfer darf sich morgens hinsetzen und die Medikamente erneut vom Bildschirm oder vom Stapel Papier eingeben. Willkommen in Absurdistan.

Zu Risiken und Nebenwirkungen dieses Beitrags, fragen Sie bitte Ihren Psychologen.