Tagesarchiv: 29.01.2020


info no. 294 // weiße aussichten

weiße farbe ist in, dass wissen wir spätestens seit knut. die jüngste hitzewelle sorgte allerdings für ein verfrühtes umsteigen auf kurze hosen. die kalkweiße haut, der kurzen hosenträger und -trägerinnen sieht schon fast aus wie ein solidaritätseisbärlook.

auch ist der winterspeck noch nicht abtrainiert. die hellen, weißen speckwülste quellen aus der hose heraus und so manche pospalte wurde schon im supermarkt geouted.

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Der 30.000 € Volkswagen

Willkommen im Eurozeitalter. Die gefühlte Teuerung nach der Umstellung interessiert immer noch nicht. Wer einmal vergleicht, dass man früher für 30.000 DM einen Super-Golf gekauft hat, der erhält diesen nun für schlappe 30.000 EUR.

Die entspricht nach der Eurokonstante (€=1,95583) 58674,90 DM. In Prozent ausgedrückt sind es also 95,58%. Also immerhin noch nicht doppelt so teuer. Wer nun noch sagt, wir deutschen seien Euroskeptiker, der hat die Teuerung nicht wirklich beobachtet.

Wer damals gesagt hätte, ich kaufe einen Golf für 58.000 DM, der wäre für verrückt erklärt worden. Tja für das Geld hätte man damals einen großen Mercedes kaufen können. Heute reicht es eben nur für einen Golf.

Und weil die CO2-Geschichte uns sowieso drückt, brauchen wir auch keine Autos mehr.


info no. 295 // entspannt aufregen

da wird wieder einmal mit entspannt shoppen geworben. und das auf einem sonntag! wo ist da die entspannung? die straßen und läden sind proppevoll, die armen angestellten.

so eine art volksfeststimmung gibt es nur sonntags. für mich spielt in der woche keine band auf dem dorfplatz, wenn ich einkaufe. nun ja, was soll ich sonntags da? die preise sind gleich hoch und die auswahl ist auch gleich.

ich shoppe sonntags nur im internet!
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Der Doppelschlag

[i]Kaum, daß man zwei Monate wegen eines Umzugs keine Artikel mehr verfasst, schlägt Abteilung Guck & Horch („Fremde Heere Ost“) mit Vehemenz zu. Die neuesten Entwicklungen verheißen nichts Gutes.[/i]

Eigentlich ist es ein gelungener [url=http://www.ccc.de/updates/2007/bundestrojaner-elster?language=en]April-Scherz[/url] gewesen. Das Lachen kann einem aber schon im Halse stecken bleiben, wenn der Witz sich zum bitteren Ernst [url=http://www.heise.de/newsticker/meldung/88106]manifestiert[/url]. In der Tat sind die Bestrebungen zur Schaffung eines durchsichtigen (gläsernen) Bürgers in vollem Gange. Im [url=http://www.bundesbeduerfnisanstalt.de/2007/04/01/bundessicherheitshauptamt-bsha/]Bundessicherheitshauptamt[/url] plant man schon, mal wiederam Grundgesetz [url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article794910/Schaeuble_erwaegt_sogar_Grundgesetz-Aenderung.html]herumzudoktern[/url].

„divide et impera – Teile und Herrsche“ war schon nachrichtlich das Motto Ludwigs des XI. Dieser wohlinformierte Charakter zeigte schon um 1439, wie ein Ursupator sich des Volkswillens bemächtigen kann, um Unfrieden zu stiften. Leider ist das Wissen um die mittelalterliche Machtpolitik etwas in den Hintergrund getreten, da wir dieses Zeitalter (damals gab es kein Fernsehen) als sehr rückständig betrachten. Nichtsdestotrotz sind die politischen Handlungsmuster die gleichen wie heute.

Heutzutage besteht die Kunst darin, einen möglichst willfährigen Bevölkerungskörper handhabbar zu halten. Dazu ist sicherzustellen, daß die breite Masse („Prekariat“) genug panem et circenses, also Big Brother und Bier hat. Gleichzeitig muß aber die von der Arbeitsbevölkerung erzielte Wertschöpfung [url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article807194/Drastischer_Anstieg_der_Pflege-Beitraege_droht.html]abgegriffen[/url] werden, was uns jetzt Berufstrinker im Birkenstock-Look im Geiste der sozialen Gerechtigkeit verkaufen wollen.

Über die technischen Möglichkeiten der Überwachung berichten wir an dieser Stelle schon lange, und es wird müßig, eine weitere Schikanemaßname anzuprangern. Dringen wir in Zukunft in die Gefilde der Machtpolitik ein, und studieren wir ihre Strategien der Informationsherrschaft.

Es wird Zeit, dem durchgeknallten Rollstuhlfahrer endlich einen Bremsklotz ins Rad zu schieben.