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Adel verpflichtet

„Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“ So wird im Netz ein Sprichwort der Dakota-Indianer überliefert. Diese Empfehlung sollte sich auch unser Verteidigungsminister mit dem „ruhenden“ Doktortitel zu Herzen nehmen. Wie auch immer dieser Vorgang ausgeht, es wird für viele Beteiligte auf lange Zeit ein Schaden verbleiben. Aber auch die schlimmste Krise hat ihre „gutten“ Seiten.

Wie schon vor ein paar Tagen [url=http://www.eraser.org/modules/news/article.php?storyid=1049]vermutet[/url], zieht der Plagiatsvorwurf an der Dissertation des Verteidigungsministers Dr. zu Guttenberg weitere Kreise. Die Plattform [url=http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate]Guttenplag[/url] zählt mittlerweile 248 Seiten (63,10%) der Prädikatsarbeit, die Plagiate enthalten sollen. Wer hier noch an ein paar „Zitierfehler“ glauben will, den möchte ich in seinem Glauben nicht beirren. Sollte die [url=http://images.wikia.com/guttenplag/de/images/d/dd/Plagiat_graphic.jpg]Grafik[/url] die Realität widerspiegeln und behält man dabei noch im Hinterkopf, daß diese Arbeit ja auch noch ca. 1300 „echte“ Zitate enthält, so muß man zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen, daß Dr. zu Guttenberg fast gar keine eigene Leistung in seiner Arbeit gebracht hat. Es wäre meines Erachtens ein absolutes Novum in der Wissenschaftsgeschichte, daß so ein Werk das Urteil „summa cum laude“ erhält.

Dr. zu Guttenbergs Arbeit, die ja auch die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika behandelt, wird ebendort nun mit einem Probierstein behandelt werden. In den USA weht ein ganz anderer Wind, was die Aneignung fremder Leistungen angeht (siehe [url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article12586617/So-prueft-die-Uni-Bayreuth-Guttenbergs-Dissertation.html]hier[/url]). Insofern hat das mögliche Fehlverhalten des Ministers auch noch zu einer Beschädigung des wissenschaftlichen Rufs der deutschen Akademiker im Ausland geführt.

Es ergibt sich auch die Frage, inwieweit ein solcher Verteidigungsminister noch von der Truppe akzeptiert werden kann. Man stelle sich den Zeitsoldaten vor, der für 12 Jahre verpflichtet, einem sehr fordernden Studium in Trimestern nachgeht, um anschließend im Auslandseinsatz seinem promovierten Chef zu begegnen. Sollte dieser seinen Titel zu unrecht führen, würde dies eine massive Beeinträchtigung des Dienstverhältnisses bedeuten. In einer Hierarchie wie der Bundeswehr, wo eben Gewissenhaftigkeit zu den unerlässlichen Tugenden gehört, ist dies ein unzumutbarer Zustand.

Die gestrige Pressekonferenz offenbart aber ganz andere, gar schauspielerische Talente des Dr. zu Guttenberg. Viele meiner Bekannten, die promoviert haben oder dies gerade tun, haben während dieser Zeit hart und lange für wenig Geld gearbeitet, mußten während dieser Zeit vielleicht auch noch eine Familie versorgen, und viele davon sahen so übernächtigt , aus als „wären sie durch einen Mähdrescher gelaufen“. Ein Dr. zu Guttenberg, der als MdB so ungefähr 7k Euro im Monat verdient, von Hause aus auch nicht gerade unvermögend ist, dabei noch wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Berater zu Rate ziehen kann, der hat es natürlich deutlich schwerer, Familie, Studium und Abgeordnetentätigkeit unter einen Hut zu bringen.

Bei alldem ist aus den Reihen der Opposition bei einer solchen Steilvorlage wenig Kritik zu vernehmen. Da der [url=http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,276032,00.html]Anteil der Akademiker im Deutschen Bundestag[/url] seit langem recht hoch ist, könnte sich einem bei solch einem stillen Protest fast der Verdacht aufdrängen, daß das Rampenlicht gerade etwas unvorteilhafte Aufmerksamkeit bedeuten könnte. Womöglich möchte niemand gerne in den Suchscheinwerfer geraten, wenn das Projekt „Guttenplag“ in ein größeres Netzwerk umgewandelt wird, daß alle Dissertationen von exponierten Leistungsträgern unter die Lupe nimmt.

Steckt noch mehr dahinter? Guttenberg, der „Starfighter“ der deutschen Politik, drohte Bundeskanzlerin Merkel schon lange gefährlich zu werden. Ist es vielleicht so, daß hier das Motto „Feind, Erzfeind, Parteifreund“ gezogen hat? Oder Rivalitäten in Bayern, wo eventuell der CSU-Parteivorsitz im Gespräch gewesen wäre?. Interessant zu erwähnen in diesem Zusammenhang ist auch die Berichterstattung der „BILD“. Hier will man Dr. zu Guttenberg noch [url=http://www.bild.de/BILD/politik/2011/02/19/guttenbergs-kanzler-traeume/kann-er-noch-kanzler-werden.html]noch stärker aus der Krise hervorgehen[/url] sehen. Diese „schwarz gefärbte“ Berichterstattung könnte aber in den nächste Tagen schnell ins Gegenteil umschlagen.

Zu guter letzt: Die arme Alma Mater Bayreuth. Dort muß nun entschieden werden, was mit einer Doktorarbeit geschieht, die, sollten die Vorwürfe stimmen, zu fast 100% Fremdmaterial enthält, und den Titel „summa cum laude“ erhalten hat. Wie wird sichergestellt, daß eine Prüfungskommission die zu prüfenden Arbeiten auch liest? Die Krise hat auch ihr Gutes. Die Zeitungen achten derzeit peinlichst genau, was zitiert wird und an den Universitäten wird das „[url=http://cgi.ebay.de/Tastatur-ergonomischem-Guttenberg-Tastaturlayout-/330532507757?pt=Wissenschaftliche_Gerte_1&hash=item4cf545d06d#ht_1313wt_1141]Guttenberg Tastaturlayout[/url]“ auch keinen Einzug halten.


info no. 514 // raubkopierer

tja herr saubermann, das war es wohl. der feine herr guttenberg, sorry herr freiherr. sie wären tatsächlich der erste barzi den ich gewählt hätte. ach vergaß sie sind ja franke, daher die sympathie. sie haben so gar nichts gemein mit dem stoiber, der jeden satz gekillt hat, sobald er seinen mund aufmachte.

ihre beliebtheit wurde gefährlich und wer hat schon zeit so eine doktorarbeit durchzulesen. ich glaube kaum, dass es der politische gegner war. vielmehr ist das eher das werk ihrer freundlichen csu-genossen aus bayern.

der rest erinnerte an eine graswurzelbewegung…

hoffentlich geht der schuß nach hinten los. für die opposition war dies natürlich ein offenes fressen. und logisch, dass sie dort kapital daraus schlagen möchte. das ist eben das problem, wenn man zu beliebt ist und dazu noch so unabhängig…

da wird einem schnell schlechtes angedichtet und wenn es noch stimmt ist das natürlich nicht schön.

hype enforcement agency


info no. 512 // ende und aus

es ist vorbei. mtv schlüpft unter den pay-tv-schirm. was für ein verlust für klingeltonabhängige kids! da kann man ja nur noch viva schauen.

doch wir haben mtv nichts zu danken. ende der 90er, als niemand rap, soul oder rnb leiden konnte, hat mtv uns nichts anderes vorgesetzt. das hat leider gewirkt. heute hört sich jeder dieses gejaule an.

in den letzten jahren gab es zunehmen formate, die der arschlochklasse von pro7 entsprachen. so wie date my date, date my mum, date meine popel. dazu kreischende us-teenies, die zwischen gelackt und blöd vor sich hin redeten.

immerhin viva bleibt uns erhalten. das war übrigens auch mal ein musiksender… die wenigsten, die heute mtv oder viva schauen wissen das. um zu erklären, wozu das m in mtv steht, gab es eine sendung mit dem namen m is for music. gut das wenigstens für eine stunde. und wofür stand das m in den anderen 23 stunden?

M is for Massenverblödung!

wohl dem, der deluxe music oder go tv über sat-tv empfangen kann.

hype enforcement agency


info no. 513 // raus aufs feld

jede sekunde ist kostbar. der boden zwar noch teilweise gefroren, doch das interessiert unsere landwirte nicht. ungeachtet der verkehrsregeln wird mit dem güllefass im schlepptau von feldern oder hofauffahrten runtergefahren, um die schwarze gülle aufs feld zu bringen.

ja was da auf den feldern steht ist nicht die nächste ölpest, sondern die große güllefütze.

ist die gülle von dioxinhühnern und dioxinschweinen eigentlich auch dioxinverseucht? ja dann viel spaß mit dem nächsten getreide…

mal sehen, wann die scheiße anfriert. solange auf jeden fall die nase geschlossen halten und das atmen einstellen.

hype enforcement agency