Tagesarchiv: 29.01.2020


Terrorface

Im Kampf gegen den Terror ist jedes Mittel recht. Biometrische Daten, Fingerabdrücke, Ahnennachweis bis in die vierte Generation; das ist zwar alles nett, aber es reicht einfach nicht, um das wahre Gesicht des Terrorismus erkennen zu können. US-Psychologe Paul Ekman weist uns den Weg.

„Der böse Blick“, das kannte ich bis jetzt nur im Zusammenhang mit irgendwelchen Auto-Tunern aus der „Lärm-statt-Leistung“-Fraktion. Es scheint aber so, als würde der Ausdruck in Zukunft auch auf mißliebige Passagiere angewandt werden, die in die USA einreisen wollen. Wie [url=http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,458356,00.html]Spiegel-Online[/url] berichtet, schult ein Psychologie-Professor jetzt Sicherheitskräfte, die das „Anlitz des Bösen“ gleich erfassen und ausmerzen sollen, und das ganz ohne technische Hilfsmittel – richtig menschlich also.

„Bei den Attentätern des 11. September kann Ekman anhand der wenigen schlechtaufgelösten Videoaufnahmen keine Vermutungen darüber anstellen, ob man in ihren Gesichtern die perfide Absicht ihres Flugs hätte erkennen können“ (Spiegel Online). Also ist doch die Technik schuld, das muß verbessert werden. Mehr und vor allem bessere Kameras.

Ich will die Psychologie als Wissenschaft ja gar nicht anzweifeln, aber wenn fettwanstige Sicherheitsbeamte an US-Flughäfen in solchen Crash-Kursen geschult werden, muß man sich über solche [url=http://www.heute.de/ZDFheute/pda/inhalt/0,3729,4293186-text,00.html]Vorgänge[/url] nicht wundern.


CreditCard-Rasterfahndung

Im Kampf gegen Kinderpornographie ist der Polizei ein spektakulärer Schlag gelungen, berichtet [url=http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,457844,00.html]Spiegel-Online[/url]. Die Fahnder sind durch Überprüfung [b]sämtlicher[/b] Kreditkartendaten den Perversen auf die Spur gekommen.

Um es gleich mal klarzustellen: Gegen Päderasten und Kinderschänder muß auf’s Schärfste vorgegangen werden. Ausrufezeichen!

Natürlich finden wir es gut, wenn durch Überprüfung der Kreditkarten-Transaktionen diese Verbrecher dingfest gemacht werden. Die [url=http://www.netzeitung.de/deutschland/489107.html]Netzeitung[/url] schreibt von 322 Tatverdächtigen – die Zahl an sich ist schon erschreckend genug – aber welchen Preis bezahlen wir, damit wir dieser Kriminalität Herr werden? Darf unserer Exekutive jedes Mittel in die Hand gegeben werden in diesem Krieg gegen Kinderpornographie?

Wenn man sich einen Spam-Filter anschaut, dann funktioniert dieser ähnlich einer Raster-Fahnung, wie eben diese Massen-Kreditkartenüberprüfung. Doch dabei gibt es [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Beurteilung_eines_Klassifikators]Probleme[/url], und im Falle meines persönlichen Spam-Filters kommt immer noch viel Spam „durch“, den ich aber schnell per Hand löschen kann. Schlimmer ist es, wenn eine „echte“ Mail als Spam klassifiziert und durch den Filter gelöscht wird. Und genau da liegt die Gefahr. Die verdächtigen Päderasten wurden daran erkannt, „ob eine bestimmte Summe in einem festgelegten Zeitraum auf ein verdächtiges Konto im Ausland überwiesen worden ist“ (Spiegel-Online).

Man stelle sich vor, ein Unschuldiger kauft in eben diesem Ausland etwas, daß genau dieser Summe entspricht. Da läuten in der Rasterfahndung sämtliche Alarmglocken. Das wäre reiner Zufall, möchte man meinen, sowas gibts ja gar nicht. Meine Spam-Quote sagt mir etwas Anders. Und es passieren noch genug andere Ermittlungspannen.

Aber noch etwas ist schlimm an diesem elektronischen DNA-Speicheltest. Ebenso wie dieser ist es ein Massentest, und wer „nichts zu verbergen hat, der braucht sich auch vor nichts zu fürchten“. Natürlich werden die durch diese Tests ermittelten Verdächtigen danach ja noch nach Methoden klassischer Polizeiarbeit überprüft. Aber Menschen machen keine Fehler, oder wie?

Fälschlicherweise mit einem Vorwurf wie dem der Kinderschänderei bezichtigt zu werden, kann Existenzen zerstören. Auch wenn die Unschuld des Verdächtigen zweifelsfrei bewiesen wurde (Hier schon Umkehr der Beweislast!), heftet ihm immer noch dieser Makel an, überhaupt verdächtigt worden zu sein.

Die Folgen mag sich der geneigte Leser gegebenenfalls selbst ausmalen; auf jeden Fall wurde hier wieder ein Pflock eingerammt, ein weiterer Schritt in Richtung Polizeistaat. Wenn sich dieses Verfahren durchsetzt, sind wir nicht mehr weit von Bewegungsprofilen und kompletter Überwachung entfernt. Diese Kreditkarten-Daten lassen sich sicher auch noch in anderen Ermittlubgsverfahren wiederverwenden (=erneut anfragen lassen).

Wer den Text bei Spiegel-Online gelesen hat: Hat irgendjemand das Wort „[b]richterliche Anordnung[/b]“ entdecken können?


Musik extra günstig

Bei Apples Musikladen [url=http://www.apple.com/de/itunes/]iTunes[/url] kostet ein Titel 99 Cent und das Weltweit, mit regionalen Unterschieden.

Am teuersten ist Apple in England, hier kostet ein Titel 99 Pence was umgerechnet (aktueller Kurs) 1,47 Euro entspricht. Günstiger sind dagegen die USA (76 Eurocent) und Kanada (65 Eurocent). In den ausländischen Shops kann man jedoch nur einkaufen, wenn man im Ausland ein Bankkonto oder aber eine Kreditkarte des jeweiligen Landes besitzt.

Billiger kommt man weg, wenn man Getränke der Firma Coka Cola (Sprite Fanta Coke etc.) mag. In den Deckeln der Flaschen findet man Codes die man auf der Internetseite [url=http://www.cokefridge.de]Cokefridge[/url] eingeben kann und für vier solcher Codes bekommt man einen Song bei iTunes. Um einen Song noch billiger zu bekommen kann man die kostenpflichtige Nummer auf der Seite anrufen, dort kostet ein solcher Code 20 Cent was dann den Songpreis auf 80 Cent drückt.

Wenn Sie in einem Restaurant arbeiten in dem Cola aus Flaschen ausgeschenkt wird, fragen Sie ihren Chef einfach ob Sie die Deckel bekommen können, quasi als Trinkgeld. Diese werden bei eBay auch schon versteigert. Bei 30 Euro pro 1000 Stück lohnt es sich schon zuzugreifen, denn der Wert ist theoretisch 247,50 Euro! Nur das Eintippen kostet Zeit.


adm_denounce -player-

Verbrechensbekämpfung ist gut, Verbrechensprävention ist besser. Mit der neuen [url=https://www1.polizei-nrw.de/internetwache/Start/]Internetwache[/url] will die Polizei NRW besser erreichbar sein. „Der Amoklauf in Emsdetten hat deutlich gemacht, dass wir eine Kultur des Hinsehens brauchen“ ([url=http://www.heise.de/newsticker/meldung/83186]heise.de[/url]), so NRW-Innenminister Ingo Wolf als Begründung für das neue Internet-Blockwartbüro.

Nimmt man mal die letzte [url=http://www1.polizei-nrw.de/lka/Zahlen_und_Fakten/Kriminalstatistik/]verfügbare[/url] Kriminalstatistik 2005, so beträgt die Gesamtzahl der bekannt gewordenen Fälle 1503451. Diese Zahl kann man gut für 2006 annehmen, die 61000 Online-Anzeigen machen somit 4% der gemeldeten Fälle aus – ein voller Erfolg also. Ob diese Fälle nicht auch per Telefon hätten berichtet werden können, ist wohl nicht mehr feststellbar.

Eine Mail der anderen Chatter kann ja zu lange dauern, wenn PitBullMeese88 ernst macht und sich aus dem IRC mit der Ankündigung „Jetzt mache ich sie alle platt“ verabschiedet, sich seine Pumpgun schnappt und 10-25 Lehrer wegmacht. 110 wäre in diesem Fall vielleicht besser gewesen.

Nunja, in Sachen Prävention kann ja online auch noch viel automatisiert werden. Counter Strike, immer noch das beliebteste aller Baller-Games, steht ja schon im lange Verdacht, aus Teenagern blutdürstende Mordmaschinen zu machen. Es gibt sogar schöne Stat-Server mit [url=http://cs.boomtown.net/en_uk/stats/cs.list.php?GameId=2]Statistiken[/url] darüber, wer zur Zeit der beste Killer ist.

Vielleicht wäre eine online-Gewaltprävention erfolgreicher, wenn ab eines bestimmten Score-wertes der CS-Server eine automatische Mail an die NRW-Netzbullen sendet, die den gewaltverdächtigen Daddler erstmal einer Real-World Vernehmung unterziehen.

Da solche automatischen Statistiken ja manchmal nicht jeden Gewalttäter erfassen, bringen wir am besten noch einen patch, mit dem ein diensttuender CS-Spitzel mit „adm_denounce [player]“ das gleiche manuell erreichen kann. Hoffentlich kommen nicht noch mehr Länder auf den Gedanken mit der Online-Wache, sonst brauchen wir noch ne Datenbank, bei welcher IP die Mail wo hin muß…