Monatsarchiv: Januar 2020


OpenSuse 10.2

Die aus Deutschland stammende Distribution Suse wurde vor einigen Jahren vom Netzwerk -Urgestein Novell aufgekauft und wird nun professionell vertrieben. Fragen Einsteiger welche Distribution sie denn ausprobieren sollen, bekommen sie häufig Suse als Antwort.

Suse Linux gibt es in zwei Versionen, die kostenpflichtige Profivariante SLED Suse Linux Enterprise Desktop und als kostenfreie Open Source Variante [url=http://de.opensuse.org/Willkommen_auf_openSUSE.org]OpenSuse[/url]. Der Hauptunterschied ist, das die Profiversion mit Service von Novell verbunden und somit für Unternehmen gedacht ist.

Suse Linux wird mit einem großen Softwareumfang angeboten und kann auf mehreren CDs oder einer DVD heruntergeladen oder auch in einer Box-Version für knapp 45 Euro gekauft werden.

Bei amazon wird mit einer Dual-Boot Option geworben, die es ermöglicht Windows neben Suse oder umgekehrt zu betreiben. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen das dies bei so gut wie jeder Distribution möglich ist

Die Installationsroutine ist graphisch und recht übersichtlich, ähnlich wie bei einer Windows Installation geht es aber auch hier nicht unbeaufsichtigt zu. Wer eine unbeaufsichtigte Installation haben möchte, um beispielsweise mehrere Rechner schnell zu installieren benötigt auch hier zusätzliche Software. Aufgrund des oben Angesprochenen Umfangs benötigt eine Installation gut eine Stunde. Es wird nur das nötigste abgefragt, man hat allerdings immer die Möglichkeit noch einzelne Details einzustellen. So ermöglicht es die Setuproutine auch die zu installierende Software einzustellen (z.b. KOffice statt OpenOffce oder ähnliches).

Die Hardware unseres Testlaptops wurde vollständig erkannt und es konnte auch sofort eine Verbindung zu einem Verschlüsselten WLAN aufgebaut werden.

Suse richtet sich an Windows Umsteiger, die verwendete Oberfläche KDE ähnelnd sehr dem Betriebssystem aus Redmond, über weitere Einstellungen lässt sie sich sio gestalten das man meint vor einer XP oder Vista-Maschine zu sitzen. Alternativ lässt sich auch Gnome als Desktopsystem verwenden.

Pro und Kontra:

Vorteile:
Sehr gute Hardwareerkennung
Für Laptop empfehlenswert (WLAN, Akkubetrieb etc.)
Moderne grafische Installation
Umfangreiche Einstellmöglichkeiten bei der Installation
Komplett in Deutsch
Umsteigerfreundlich dadurch geringe Einarbeitung
Umfangreiche Software an Bord

Nachteile
Langwierige Installation
Hardwarehungrig mind. 1 GB RAM erforderlich
Auf dem Testgerät (Laptop mit 512 MB RAM) sehr behäbig
Version 10.3 RC1 blieb bei der Installation hängen


Das iPhone kommt nach Deutschland

Wie schon öfter im Netz zu lesen war, hat die Telekom den Zuschlag erhalten das iPhone von Apple in Deutschland zu vertreiben.

Der Preis indes ist äußerst happig, 399 Euro soll das Gerät mit acht gigabyte Speicher kosten. Das ist 40% teurer als in den USA wo das Gerät umgerechnet für 258 Euro (399 US$) zu haben ist. Was der Mobilfunkvertrag zum iPhone kosten wird ist nicht bekannt gegeben worden, das erfahren wir vermutlich kurz vor dem Verkaufsstart der zum 9. November geplant ist.


Gunman Jung und die Wirklichkeit

Verteidigungsminister Jung glänzte ja bereits durch die kurzsichtige Entscheidung Deutsche Kampfjets in Afgahnistan zur Terrorüberwachung einzusetzen. Die Idee gekaperte Flugzeuge gegebenenfalls abzuschießen, grenzt jedoch an totale Verblödung.

Jeder mit etwas Hirn im Kopf fängt an zu rechnen und bekommt dabei heraus, das das entsenden von Abfangjägern gar nicht schnell genug sein kann um einen Anschlag wie den vom 11.September 2001 zu verhindern.

Wir spielen ein bisschen Terrorist und nehmen Google Earth als Terrorwerkzeug. Das taugt Aufgrund der schönen Sattelitenbilder und der Funktion des Messens hervorragend zum Planen eines Terroranschlags. Wir überlegen uns das wir den Reichstag in Berlin treffen wollen, und das möglichst mit einer vollbetankten Maschine. Da für so was die Inlandsflieger Aufgrund ihrer geringen Größe und der kurzen Strecken mit wenig Sprit auskommen, überlegen wir wo wir eine möglichst volle und große Maschine herbekommen und welche Fernroute an Berlin vorbeiführt. Nehmen wir mal an ein französisches Flugzeug ist von Paris nach Tokio unterwegs. Das sind immerhin 9800 km Flugstrecke welche ein Airbus A340-60 Nonstop fliegen kann und deshalb ziemlich voll getankt sein müsste. Dieser Flug geht zufälligerweise, ich kenne die Strecke nicht aber es währe der kürzeste Weg, über Berlin hinweg. Der Abstand zwischen Paris und Berlin beträgt rund 800 km, das genannte Flugzeug schafft eine Geschwindigkeit von über 800 km in der Stunde. Das bedeutet das Terroristen eine Stunde Zeit hätten die Kontrolle über das Flugzeug zu erlangen. Jetzt raten sie doch mal wie lange es dauert bis man bemerkt das ein Flugzeug entführt wurde und dann noch einmal die Zeit die man benötigt um einen Kampfjet in die Luft zu bekommen. Da wir bei den Milchmädchenrechnern sind, behaupten wir einmal dass so was vielleicht 15 Minuten braucht. In einer solchen Zeit legt das Flugzeug mehr als 200 km zurück. Zusammengerechnet mit der Zeit welche die Terroristen benötigen, schafft man es überhaupt nicht rechtzeitig die Maschine vor Berlin abzuschießen.

Was Herr Jung beflissentlich dabei übersieht ist, dass Deutschland eines der am stärksten besiedelten Länder ist. Schießt man ein solches Flugzeug ab, das besagte Flugzeug nimmt fast 300 Passagiere auf, hat man sicher auch ein paar Menschen in ihren Häusern auf dem Gewissen.

Den Rest dürfen Sie sich jetzt selber dazudenken, es sei denn sie sind Politiker, die scheinen dazu ja offensichtlich nicht in der Lage zu sein.

Ich muss zugegebenermaßen aufpassen, dass ich jetzt nicht ins Visier der BKA komme, denn ich habe jetzt einen Terrorakt „geplant“, wenn auch mit Hilfsmitteln die jedes Schulkind mit Computer zur Verfügung hat.


Verbieten, Überwachen und Indexieren (Teil 35) [Update]

Der Weg zum Überwachungsstaat wird weiter beschritten. Zwar wurde eine Entscheidung zur Onlinedurchsuchung von Computern [url=http://www.heute.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,7003089,00.html]vorerst vertagt[/url], aufatmen sollten wir deshalb noch lange nicht, denn schon werden neue Begehrlichkeiten geäußert.

So fordert die [url=http://www.heise.de/newsticker/meldung/95786]EU-Kommision[/url] das Internetseiten mit gefährlichen Wörter gesperrt werden sollen und [url=http://www.netzeitung.de/spezial/kampfgegenterror/737574.html]die CDU will ein Register[/url] über so genannte Konvertiten einführen.

Aber Schritt für Schritt, denn dieser Überwachungsstaat dient nicht allein nur der Terrorbekämpfung. Die Onlinedurchsuchung von Computern könnte auch Daten zum Vorschein bringen die auch anders strafrechtliche Relevanz haben könnte, so z.B. bei Steuerdilikten ob diese nun bewusst oder unbewusst begangen wurden. Schon in der Vergangenheit wurden des öfteren Erkentnisse von Überwachungen zur Verfolgung von Straftaten genutzt, die nicht Ziel der eigentlichen überwachung waren. Die allgegenwärtige [url=http://www.heise.de/newsticker/meldung/95839]Videoüberwachung in London[/url] ist nur ein Beispiel, die [url=http://www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/meldung/64167&words=Nummernschild&T=nummernschild]Nummernschilderfassung[/url] über das Autobahnmautsystem ein weiteres.

Die Sperrung von „gefährlichen Begriffen“ kommt einer Zensur gleich. In Deutschland sind Seiten gesperrt die über den Nationalsozialismus berichten, in Thailand wird kritische Berichterstattung über das Königshaus verfolgt und die Sucheinschränkungen im Internet in China zu Themen wie den Aufstand auf dem Platz des himmlischen Friedens dürften bekannt sein. Klar sollten Bombenbauanleitungen nicht jedem frei zugänglich sein, aber die Berichterstattung über Bombenbauer darf dadurch nicht eingeschränkt werden.

Es gleicht einer Brandmarkung, wenn ein Zentralregister für Menschen eingerichtet werden soll die in eine andere Religion, vorzugsweise dem Islam, konvertieren. Schon allein ein arabisch klingender Nachname kann da zu Problemen an den Grenzen führen. Die Unschuldsvermutung wird hier einmal mehr umgedreht. Das bei einem solchen Datenwust die Überwachung ad absurdum geführt wird zeigen nicht zuletzt auch die Anschläge in New York von 11. September 2001. Genügend Berichte lagen wor, aber die schiere Datenmenge führte dazu, das die Erkenntnisse nicht genutzt werden konnten.

Update:

Wolfgang Bosbach fühlt sich fehlinterpretiert. Er habe kein Konvertitenregister gefordert, sagt er. Auch der Bayrische Rundfunk ist bemüht die Sachlage klarzustellen. Allerdings unterscheidet sich die [url=http://www.tagesschau.de/inland/meldung493646.html]gefundene Formulierung[/url] kaum von dem was zitiert wurde. Nach wie vor ist die Rede davon zu erfassen wer die Religion wechsle, was faktisch einem Register entspricht.