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Ein Schritt weiter in die DDR

Und weiter geht die Reise in den Polizeistaat. Wie die [url=http://www.sueddeutsche.de/computer/artikel/16/92923/]Süddeutsche[/url] schreibt, soll die gute alte PKZ (Personenkennziffer) wieder eingeführt werden, bestens bekannt aus vergangenen DDR-Zeiten. Jeder Bürger bekommt dann von Beginn seines Lebens an eine elfstellige Nummer (in der DDR waren es noch zwölf), die er sein Leben lang behält und die besten gleich irgendwo unter den Arm tätowiert wird, damit man sie nicht vergessen kann. (Es werden sich mit Sicherheit irgendwelche Trottel finden, die daraus dann auch eine „Body-Modification“-Mode machen werden. Die Hype-Enforcement-Agency bleibt an dem Thema dran.)

Man hätte das bewährte System der DDR ja gleich übernehmen können um Arbeit und Kosten zu sparen, aber da ist unsere Regierung ja noch nie besonders sparsam gewesen.

Aber wozu das Ganze nun? Angeblich dient das neue System dazu, die Rentenbesteuerung zu erleichtern. Gut, die Süddeutsche vermutet ja schon ganz richtig, daß es nicht nur um Vereinfachung der Administration in den Finanzbehörden geht. Natürlich werden sofort alle Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf diese Nummern und die in der zugehörigen Datenbank gespeicherten Daten anmelden. Vielleicht nicht gleich am Anfang, aber nach ein bis zwei Terroranschlägen ist das dann auch kein datenschutztechnisches Problem mehr.

Aber ist das schon alles? Es muß doch stutzig machen, daß diese Nummer schon ab Geburt vergeben wird, und Säuglinge stehen ja nur selten im Verdacht, sich der Steuerhinterziehung schuldig gemacht zu haben. Nein, es geht um die vollständige Erfassung der Bevölkerung in einem zunehmend totalitär ausgerichteten System.

Zusammen mit der kompletten Überwachung des Verkehrswesens (Toll-Collect, automatisches Kennzeichen-scanning), der Überwachung des Zahlungsverkehrs (Geldautomaten usw.) und des Datenverkehrs (Lauschangriff, Vorratsdatenspeicherung) läßt sich bald wirklich alles machen, wovon selbst Erich nicht zu träumen wagte. Verkauft wird uns das dann auch noch im Namen der Sicherheit oder der Strafverfolgung oder des Weltfriedens, je nachdem.

Man sollte meinen, daß sich die Bevölkerung über solche Stasi-ähnliche Bespitzelung empört, aber von Protesten oder irgendwelchen Freiheits-Aktivisten hört man wenig. Diese „Human-Rights“-Gutmenschen pöbeln zwar auf der Straße herum, wenn die Menschenrechte in China oder sonstwo mal wieder mit Füßen getreten werden, aber wenn es die eigene Heimat betrifft, passiert nichts. Atomkraft zieht eben besser bei diesen schlichten Gemütern als so ein Abklatsch wie Freiheit.

Der Übergang in den Polizeistaat kann ganz ohne lautstarken Protest erfolgen, wenn man sich schön an die [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Salami-Taktik]Salami-Taktik[/url] hält. Jeden Tag nur etwas mehr. Gestern Toll-Collect, heute wieder mal PKZ, morgen kommt dann vielleicht [url=http://www.ibmandtheholocaust.com/]dieses…[/url]


Mit der Miete in die Abhängigkeit? Die Gasheizung vom Versorger

So manche alte Gasheizung muß nun dieses Jahr ausgewechselt werden. Wenn man schon bei diesem großen Brocken bei muß, dann kann man sich ja aussuchen, ob man bei Erdgas mit der merkwürdigen Ölpreiskopplung bleibt oder auf Heizöl umstellt.

Wenn diese merkwürdige Kopplung des Gaspreises nicht existierte, dann wäre die Entscheidung sehr einfach, denn dann ist Gas günstiger.

Nun bieten diverse Versorger nicht ganz uneigennützig die Möglichkeit an, die Heizung gleich mit vom Versorger zu mieten. Das klingt erst einmal sehr günstig, da hier die einmaligen Anschaffungskosten entfallen. Die Kosten für die Heizung, De- und Neuinstallation der neuen Heizung übernimmt dann der Vorsorger. Dafür möchte der nun gern einen Mietpreis sehen. Ihm schweben so um die 60,00 EUR vor, selbstverständlich zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer von 16,00 Prozent.

Macht eine neue Monatsbelastung von 60,00 EUR. Dann doch lieber die Ersparnisse aufbrauchen, denn mit dieser Mietinstallation fährt man besonders dann gegen die Wand, wenn es wirklich einmal zur Liberalisierung des Gasmarktes kommt – worauf wir alle einmal hoffen wollen.


Gaststättengewerbe in der selbstgemachten Krise

Für das abgelaufene Jahr 2004 meldet das statistische Bundesamt einen Umsatzrückgang von rund 3 %. Allen Ortens klagen die Wirte, dass die Gäste ausbleiben und der Umsatz schrumpft. Selbst schuld oder?

Ein Abend in der Pizzeria mit drei Personen macht 35 Euro, und das ist noch günstig, meist geht es nicht unter 50 Euro. Wie das kommt? Die meisten Gaststätten und Restaurants haben bei der Euro-Umstellung deftig draufgeschlagen.

– Kostete eine Pizza vorher 10 bis 15 DM zahlt man nun 9 bis 13 Euro.

– Ein Bier kostet mittlerweile 2,50 Euro, zuvor konnte man den Gerstensaft für 3 DM bekommen. (Eine Maß Bier für 7,80 Euro, wer trinkt da noch?)

– Ein Rostbraten kostet mittlerweile 15 Euro wo man zuvor mit 20 DM auskam.

Und dann wundern sich die Herren Wirte warum niemand mehr bei Ihnen Essen geht?


Der tiefe Fall eines Aufsteigers

Ein Gespräch mit einem ehemaligen Mitarbeiter* eines sogenannten Finanzoptimierers läßt den Traum des Starverkäufers platzen.

Aus dem Nähkästchen geplaudert klingt das in etwa so:

Nachdem ich mich selbstständig gemacht habe verzichtete ich auf einen großen Teil eines festen Gehalts. Das Einkommen sollte durch großzügige Provisionen hereinkommen. Mir wurde das Blaue vom Himmel versprochen. Zusagen, die leider nur mündlich erfolgt sind wurden dabei nicht eingehalten. Meine Anfangsinvestition bestand erst einmal darin mir ein eigenes Büro zuzulegen. Fortan versuchte ich über einen kleinen Kundenstamm, der mir zugeteilt wurde meine Produkte an den Mann zu bringen. Von Fonds über Lebensversicherung und Bausparverträge war alles dabei. Fonds waren aber in den letzten Jahren eher schwierig an den Mann zu bringen, die Anleger hatten sich die Finger verbrannt.

Das Geschäft lief nicht besonders, meine Ersparnisse waren verbraucht und ich baute einen Schuldenberg auf. Dann machte ich einen Fehler: Ich versuchte Freunde, Bekannte und ehemalige Schulfkameraden meine Produkte anzudrehen. Fuhr tausende Kilometer mit meinem geleasten Wagen, um ein Geschäft abzuschließen, um in der Hirachie des Unternehmens aufzusteigen, was mir ein höheres Festeinkommen gesichtert hätte. Freunde wollten nichts mehr von mir wissen, da ich meinen Arbeitgeber in höchsten Tönen lobte und bei jeder Gelegenheit versuchte ein Produkt zu verkaufen. Laptop und Verträge waren immer dabei. Dann kam der Ausstieg. Ich hatte die Nase voll, von morgens um 7:00 bis abends 23:00 und später war ich auf Achse für nichts und wieder nichts. Von meinem Aufstieg wurde nichts, da meine Zahlen nicht gut genug waren. Um aus dem Vertrag rauszukommen mußte ich bluten und eine Ablöse an meinen ehemaligen Arbeitgeber zahlen. Nun habe ich wieder einen festen Job, allerdings muß ich einen dicken Abtrag leisten.

Dazu paßt auch, daß sich merkwürdigerweise sogar Elektroinstallateure plötzlich als Anlageberater verdingen und mir auflauern, weil ich in der 7. Klasse einmal mit ihnen zur Schule ging, bevor Sie sitzenblieben…

*Name bekannt