Linux auf der DBox

Datum 21.10.2003 | Thema: Computer

Premiere stellt seinen Kunden zum Empfang seines digitalen Programms einen Decoder, genannt DBox zu VerfĂŒgung. Die Bedienung ist etwas gewöhnungbedĂŒrftig (will man einen Kanal nach oben zappen drĂŒckt man nach unten) und teilweise sehr langsam. Findigen Bastlern ist es gelungen das mitgelieferte Betriebssystem durch Linux zu ersetzen. Mehr oder weniger erfolgreich...
Auf diversen Seiten (siehe unten) werden Umbauten angeboten, wer fit ist mit dem Lötkolben findet dort auch Anleitungen zum Selbermachen.

Wie schon angesprochen ist das mitgelieferte System umstÀndlich, dies wollen die Entwickler von Linux auf der D-Box beheben. Hier die Vorteile:

- Das Starten der ausgeschalteten Box dauert nur noch 45 sek. statt 2-3 Minuten.

- Das einschalten aus dem Standby-Modus geht schlagartig, das Original benötigt eine halbe Minute.

- Der Jugendschutz ist vollstÀndig konfigurierbar, das Original sperrt alle Sendungen ab 16 und man muss die Sendungen jedesmal mit Code freigeben. Linux erlaubt es gar dien Jugendschutz auf 12 Jahre zu stellen oder ganz abzuschalten. Anfragen bei Premiere bleiben Erfolglos, man verweist auf eine Vereinbarung mit den Landesmedienanstalten. Premiere darf Sendungen ab 16 rund um die Uhr senden, wenn diese vorgesperrt werden.

- Die Bedienung ist logischer und meist schneller, die SendeĂŒbersicht Beispeilsweise geschieht per Knopfdruck, das Original benötigt bis zu zwei Minuten und ist weitaus unĂŒbersichtlicher.

- Videotext ist eingebaut und wird nicht wie bei Premiere nur mitĂŒbertragen, so das der Fernseher die Arbeit ĂŒbernimmt. DrĂŒckt man bei der Fernbedienung auf die LautstĂ€rke minus-Taste erhĂ€lt man einen Splitscreen, links Videotext rechts das Fernsehbild.

- Die Einblendungen vom laufendem Programm ist ergÀnzt durch die Gesamtlaufzeit, Restlaufzeit und des nÀchsten Programms.

- Das Umschalten zwischen den Sendungen geschieht schlagartig, fast wie beim analogen Fernsehen, die Originalsoftware benötigt jedesmal bis zu fĂŒnf Sekunden.

- Der Netzwerkanschluß funktioniert und ermöglicht so digitales Aufzeichnen von Sendungen.

- Bei Sendungen mit mehreren Perspektiven bzw. UnterkanĂ€len (Formel 1 und 1. Bundesliga) funktioniert ĂŒber Tastendruck, beim Original muss man sich umstĂ€ndlich durchs MenĂŒ hangeln.

- Es gibt ein paar Spiele und mann kann die Startbilschirme und LCD Anzeige nach eigenem Geschmack anpassen.

- Der Quellcode ist Open Source, jeder kann die Software so umbauen wie er will, Programmierkenntnisse in C++ vorausgesetzt.

Aber auch die Nachteile mĂŒssen genannt werden.

- Linux auf der DBox ist, entgegen den Versprechungen auf den unten aufgelisteten Seiten, alles andere als stabil. Beim Zappen (schnelles Umschalten zwischen den Sendern) bleibt die Box hĂ€ngen und man muss die sie zurĂŒcksetzen.

- Die Spiele bringen die Box auch öfters zum Absturz.

- Das Umschalten kann zwar konfiguriert werden, man ĂŒberspringt aber hĂ€ufig den Sender.

- Eine Anleitung die alle Funktionen enthÀlt ist nicht existent. Vieles muss man durch probieren herausfinden.

- Support in der QualitÀt wie man ihn von Premiere gewohnt ist bekommt man nicht. Einzig Foren und IRC-Channel bieten sich an, mit mehr oder weniger wissenden Ansprechpartnern.

Hier die Seiten die den Umbau anbieten und Support bieten:

DVB-Technik
DBox2.net
Neutrino-Anleitung
DBox Research



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