Kommubalisierung

Datum 09.10.2008 | Thema: Wirtschaft und Finanzen

Und weiter geht es bergab.. Mit verzweifelten Rettungsaktionen versuchen die USA, Japan, die EU und auch Island den schon lange bekannten Untergang dieses Schmiergeld-Systems zu verhindern. Witzigerweise verspielen sie damit auch noch den sprichw├Ârtlich letzten Kredit.
Nicht nur die Banken sind pleite, Staatsm├Ąnner plagt dieses Problem zuweilen auch: Der Governator des US-Bundesstaates Kalifornien braucht 7 Milliarden US-Dollar. Nun, dem Mann kann geholfen werden. Man braucht in Zukunft ja nicht mal mehr eine wirkliche Sicherheit, um an Milliardenkredite heranzukommen. Und immerhin hat der ehemalige Filmschauspieler ja den Ruf, ein kompromissloser Hardliner zu sein, da d├╝rfte seine Bonit├Ąt im Vergleich zu anderen Schuldnern deutlich h├Âher liegen.

In der gegenw├Ąrtigen Finanzkrise sind Billiardeninvestitionen von staatlicher Seite pures Gift. Dazu mu├č man sich verdeutlichen, was Geld eigentlich ist. Unsere sch├Ânen Euro-Banknoten sind zuersteinmal h├╝bsches bedrucktes Papier. Im weiteren Sinne stellen sie eine Zahlungsverpflichtung dar, f├╝r dessen Sicherheit der Staat mit seinen Organen b├╝rgt (kleines schwarzes Loch Durchmesser 9mm). Der Bargeldanteil macht allerdings in Zeiten des elektronischen Zahlungsverkehrs nur noch einen Bruchteil der gesamten Geldmenge aus, somit liegt die Geldsch├Âpfung de facto nicht mehr in Staatshand, sondern ist im Laufe der Zeit zu den Privatbanken ├╝bergegangen. In ihrer uners├Ąttlichen Gier haben die Zocker den internationalen Finanzmarkt in ein gigantisches Spielcasino verwandelt. Da der gesamte Zahlungsverkehr weltweit jetzt ├╝ber das Internet abgewickelt wird, ergeben sich zum Verschachern dieser faulen Milliardenposten ganz neue M├Âglichkleiten, weswegen diese Krise jetzt auch wirklich global ist. Diesem Spielgeld steht nat├╝rlich kein reeller Wert gegen├╝ber, daher war es lediglich eine Frage der Zeit, bis der ganze Schwindel auffliegen w├╝rde.

In jedem Markt spielt Vertrauen eine wichtige Rolle. Dazu geh├Ârt nat├╝rlich auch das Vertrauen, da├č Verst├Â├če gegen den Markt bedingungslos geahndet werden ("Wer beschei├čt, fliegt raus"). Ist die Vertrauensbasis in einem ├╝berreizten Markt gest├Ârt, wie bei der Tulpenkrise, so bricht das Kartenhaus irgendwann zusammen. Aber der Markt f├Ąngt sich, und auch heute kann man noch Tulpen kaufen.

Heute werden die vertrauensbildenden Ma├čnahmen (Pleite der Versager) systematisch durch das global-wahnsinnige Einschie├čen riesiger Geldmengen in den Finanzmarkt und die Verstaatlichung zahlungsunf├Ąhiger Spielh├Âllen korrumpiert; das von den Staatsschauspielern gew├╝nschte Ergebnis kann dabei nicht herauskommen. Das Vertrauen in den Markt ist nachhaltig gest├Ârt, weil die schwarzen Schafe nicht durch den Selbstreinigungsprozess entfernt werden. Da niemand wei├č, wer die faulen Eier hat und nur durch die Staatsknete noch am Markt ist, verleiht keiner mehr sein Geld. Der Staat mu├č den Luftballon also noch gr├Â├čer aufpusten, bis es daf├╝r irgendwann richtig kracht, und diesmal weltweit.

Schuld daran ist nat├╝rlich der unregulierte Finanzmarkt, so wird es jedenfalls kolportiert. Als Gegenma├čnahme wird nur das konsequente Eingreifen des "Staates" (Globale Macht-Mafia) mittels planwirtschaftlich arbeitender Beh├Ârden propagiert. Dies hat nie funktioniert, und es wird in Zukunft auch nicht funktionieren. Der Markt wird es richten.

Aber der Knall wird dann noch lauter.



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