Energiepolitik

Datum 20.06.2008 | Thema: Politik

„Nachdem wir im vergangenen Jahr den Preis für Erdgas zweimal um insgesamt 0,40 ct. gesenkt haben,“ fängt ein Brief der Stadtwerke an und geht so weiter: „sehen wir uns gezwungen im Angesicht steigender Bezugkosten den Preis um 0,80 ct. im August anzuheben. Für Sie entstehen nur geringfügig höhere Kosten von ca. 9,80 pro Monat.“ Schön, nur verdiene ich keine 9,80 Euro mehr im Monat. Mein Auto verbraucht schon 35 Euro mehr im Monat und der Strom ist auch nicht günstiger geworden. Der regionale Versorger, der der Stadt jedes Jahr ein hübsches Sümmchen an Gewinn überweist, soll dies auch weiterhin tun. Um dies sicherzustellen wird noch einmal klar, dass Stadtwerke keine soziale Einrichtung sind, sondern auch nicht besser als die großen bösen Global Player. Einer muss den Haushalt ja retten, wenn das die Verkehrssünder nicht alleine schaffen, dann muss der Gewinn der Stadtwerke steigen. Tafelsilber verkauft man nur einmal. Warum nun manche kleinen Stadtwerke günstigere Preise haben als andere, wird nicht nur an der Kalkulation und den Lieferverträgen hängen, sondern auch am Finanzierungsbedarf der öffentlichen Hand.


Verwerflich ist es ohnehin von dem Phantom der Ölpreisbindung des Erdgases zu reden. Diese scheint es nicht zu geben, auch wenn diese allgegenwärtig zu spüren ist. Aber wo ist die EU, wenn man sie braucht. Anstatt am neuen VW-Gesetz zu makeln oder den Sparkassen oder all dem was Deutschland früher wirtschaftlich ausgemacht hat, wird hier nichts getan. Ein Machtwort der EU und weg mit der Ölpreisbindung. Oder sind hier ganz andere Lobbyisten im Spiel? Da wären die großen Versorger EON, BP, Shell, Total Fina Elf. All diese haben ihr Interesse an diesen Preisen. Sind diese Lobbyisten richtig in Stellung gebracht, dann gibt es auch keinen EU-Kommissar , der nur einen Handschlag rührt. So scheint das System zu funktionieren. Eine Vorstellung von freier Marktwirtschaft ist das nicht. Die Strombörse in Leipzig ist auch nur ein Pseudoalibi für Transparenz, wenn Anbieter A mit seiner Tochtergesellschaft B die Preise in die Höhe treibt. Zuletzt bleiben nur Ökostromanbieter, die einen Anteil bösen Atomstrom aus der Steckdose bekommen.

Zahlen muss es sowieso das kleinste Rädchen der Wirtschaft, der einfache Arbeitnehmer.




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