Pauschalisierungen des Bundesbankberichts bei Plusminus

Datum 08.11.2006 | Thema: Fernsehen

Gestern bei Plusminus in der ARD wurde pauschal behauptet die Kreditinstitute verzinsen ca. 500 Mrd. EUR zu einem Zinssatz von 0,5 bis 1,0% (war einer undeutlichen Grafik zu entnehmen), wobei sich der Geldmarktzins Euribor deutlich nach oben entwickelt.


Ein Blick in den Bundesbankbericht Oktober 2006 stellt die Sache klar. Auf Seite Seite 25* (statistischer Teil) findet man tatsächlich ca. 500 Mrd. Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Doch gibt es auch andere Sparbücher mit dreimonatiger Kündigungsfrist, die hier eingehen. Prämiensparverträge, Wachstumssparverträge und wie sie alle genannt werden haben auch eine dreimonatige Kündigungsfrist und werden deutlich höher verzinst. Die Milchmädchenrechnung, dass die Differenz zwischen diesem kleinen Zinssatz auf Sparbüchern und dem Euribor wirklich voll existiert kann daher nicht aufrecht gehalten werden.

Das Problem bei dieser pauschalen Berichterstattung ist, dass die Richtigstellung nicht von plusminus erfolgt, sondern von den vielen Mitarbeitern des deutschen Kreditgewerbes vorgenommen wird. Derartige Falschaussagen bringen ganze Branchen in Veruf und wer schon einmal Volkswirtschaftslehre unterrichtet bekommen hat, der weiß, wo er nachschlagen muss.

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