Volldampf im Leerlauf

Datum 02.01.2007 | Thema: Politik

Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache verlauten lie├č, m├╝├čten wir uns alle in 2007 nur doppelt anstrengen, und alles w├╝rde besser - oder zumindest gleich schlecht bleiben. Nun d├╝rfte man doch wohl erwarten, da├č die Politik mit gutem Beispiel voranginge, aber nein, das w├Ąre in Deutschland doch zu viel verlangt.

Das Jahr noch keine zwei Tage alt, und schon kommen zwei uns├Ągliche Beispiele des Versagens der Politiker-Kaste dahergesegelt: das Ausrufen des V-Falles bei Flugzeugenttf├╝hrungen (wir berichteten) und jetzt das vorl├Ąufige Eingest├Ąndnis des Scheiterns der Gesundheitsreform.
Sie brauchen mehr Zeit. Mir ist der Zeitpunkt leider schon aus dem Ged├Ąchtnis entschwunden, an dem die Reform des Gesundheitswesens beschlossen wurde. Ich m├Âchte mich am liebsten auch nicht mehr erinnern. Bis jetzt ist *nichts* dabei herausgekommen. Als Zwangsmitlied in der Barmer-Ersatzkasse werde ich wohl aber zwangsl├Ąufig durch einen Blick auf den Kontoauszug wieder mit der bitteren Realit├Ąt konfrontiert.

Der freie Autor Michael Winkler schreibt in seinen Neujahrsgr├╝├čen nicht ganz zu Unrecht vom Wiederauftreten der Krankheiten als g├Âttliche Strafe - weil es sich kein gesetzlich Krankenversicherter mehr leisten kann, ernsthaft zu erkranken.

Das Jahr 2007 d├╝rfte f├╝r die Deutschen teuer werden - Alle Kosten rauf, Jobs runter. Man kann sich emp├Âren dar├╝ber, da├č Henrico F. als Langszeitarbeitsloser mehrere Angebote medienwirksam ausgeschlagen hat, die Antwort ist ganz einfach: Arbeit ist f├╝r die Dummen!

In dem heutigen System wird der Faule ├╝berproportional belohnt und der Flei├čige besteuert. Sozial eingestellte Menschen betrachten dieses als Mittel zur gerechten Umverteilung und zur Herstellung der Chancengleichheit; was am Ende herauskommt, ist Ergebnisgleichheit. Dieser Umverteilungsapparat dient als idealer N├Ąhrboden f├╝r die schmarotzende Kaste der Berufspolitiker, die ihren Gewinn aus den fluktuierenden Geldstr├Âmen abzapfen. Indem immer neue, unsinnige "demokratische" Institutionen geschaffen werden, in denen immer noch ein P├Âstchen zu besetzen ist.

Es macht auch keinen Unterschied, ob nun irgendwelche Wachstumsprognosen, Arbeitslosenzahlen-Prognosen oder sonstige Kaffeesatz-Lesereien zu positiven Ergebnissen kommen - solange die Parasiten, die sich in Berlin und Br├╝ssel eingenistet haben, wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht zug├Ąnglich sind. Man mu├č weder Hans-Werner Sinn noch Paul Kirchhof zur G├Ąnze zustimmen, aber die komplette Ablehnung der Wirtschaftswissenschaften ist ebenso verblendet.

Das Zweck der Arbeit hat sich seit Bestehen des Menschen nicht ver├Ąndert. Der Mensch arbeitet, um durch das Ergebnis der Arbeit seine Bed├╝ftnisse zu befriedigen - das gilt f├╝r den steinzeitlichen J├Ąger, der seinen Hunger stillen will genauso wie f├╝r den Klempner, der sich von dem durch Arbeit verdienten Geld ein Haus bauen will. K├Ânnen die Bed├╝rftnisse auch ohne Arbeit befriedigt werden (sei es durch gegebenen Reichtum oder durch staatliche F├╝rsorge), so wird eben nicht gearbeitet, oder man arbeitet als Hobby.

Umso schlimmer, da├č gerade die heute herrschende Politiker-Kaste ihr Dasein nur noch zum Selbstzwecke f├╝hrt - "Dem Deutschen Volke", das kann man vergessen bei dieser Regierungs-Kamarilla, die zwar noch schlaue Styling-Ratschl├Ąge erteilen kann, aber sonst nur noch "Vom Deutschen Volke" praktiziert.

Die B├Ąume wachsen aber dennoch nicht in den Himmel, und es mehren sich schon Stimmen, die ein Ende dieser Halbmarktwirtschaft proklamieren, denn auch sie funktioniert nach wissenschaftlich gewonnen Erkenntnissen, bis zum Beweis des Gegentums. Hoffen wir nur, da├č es nicht wieder zum Ausschlag des Pendels in irgendeine der beiden extremen Lager kommt, aber wahrscheinlich wird es fr├╝her oder sp├Ąter hierzu kommen.



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