Krankes Bankensystem

Datum 08.06.2012 | Thema: Nachrichten

Nein diesmal sind nicht notleidende Banken gemeint. Gemeint ist hier einmal die Refinanzierungsmethodik. Beispiel gefällig?
Am 29.02.2012 verteilte die EZB Kredite an die ach so angeschlagenen Banken der Eurozone zum Zinssatz von 1,0% in Höhe von „nur“ 530Mrd Euro.

Dann kommen Fitch, Moody’s und S&P und stufen willkürlich Euroländer ab. So wie gestern Spanien. Die Banken, die sich gerade so günstig mit Geld versorgen konnten geben nun dem Spanischen Staat Geld. Dies aber längst nicht nahe am Einkaufspreis von 1,00% - nein zu 6,044% - satte Marge!

Im Vergleich ein deutscher Häuslebauer bekommt einen Kredit für 10 Jahre zu 2,99%. Wenn man nicht gerade sein Haus bei einem Kredithai finanziert, dann zahlt man also weniger als der spanische Staat? Ja, denn die Anleihen der Spanier laufen auch 10 Jahre. Damit dreht sich die Spirale erneut und die Zinslast für die aufgenommenen 2,1 Mrd EUR zwingt Spanien auch diese Zinsen irgendwann zu zahlen. Damit steht wieder weniger Geld für die Rettung der Banken zur Verfügung… Das Spiel beginnt dann wieder von vorne.
Witzigerweise bekommen Banken, die Geld verleihen wollen so gut wie gar keine Zinsen (so unter 0,25%), wo doch die einander nicht vertrauen und jede Bank das Geld so nötig hat und keiner Geld an andere Banken verleihen möchte. Das ist nur der vorgeschobene Gund: Die Staaten melken, die einen so günstig mit Geld versorgt haben, das ist viel einfacher für die Banken.

Wer nun immer noch denkt, dass die Ratingagenturen unabhängig sind, der ist selber schuld.




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