Rostige Rohre sollen Grundwasser in den Neckar transportieren

Datum 24.08.2011 | Thema: Gesellschaft / Zeitgeschehen

Wie schon auf einer Pressemitteilung der Ingenieure 22 auf bei abriss aufstand zu lesen war, werden für das Grundwassermanagement der Projekts Stuttgart 21 Rohre ohne Korrosionsschutz verbaut.
Vor kurzem begann das die Firma Hölscher Wasserbau diese Rohre tatsächlich so zu verbauen. Als die Straße am Schlossgarten geöffnet wurde, fotografierte ich eines der Rohre in dem deutlich zu sehen war das die Innenseite schon Rost angesetzt hat.



Dieses Bild schickte ich zunächst an das Umweltministerium Baden Württembergs und erhielt per E-Mail als Antwort, dass man dafür nicht zuständig sei sondern das Eisenbahnbundesamt:

Sehr geehrter Herr ...

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 12.8.2011, mit der Sie die Rohre ansprechen, die für das Grundwassermanagement Verwendung finden.

Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Verwendung von jeweils den anerkannten Regeln der Technik entsprechenden Materialien zu den grundsätzlichen Pflichten der Bahn gehört. Dies gilt auch für die Maßnahmen des Grundwassermanagements. Das Eisenbahn-Bundesamt überwacht dies im Rahmen seiner Aufsichtstätigkeit.

Mit freundlichen Grüßen
...

Ich wandte mich also an das Eisenbahnbundesamt, dieses Antwortete mir heute per Post!

Sehr geehrter Herr ...

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 19.08.2011.

Die Vorhabenträgerin ist aus dem PIanfeststellungsbeschluss verpflichtet, ein umfassendes
Grundwasserrnanagement zu gewährleisten (Details entnehmen Sie bitte dem Kapitel 7 des PIanfeststellungsbeschlusses zum PIanfeststeltungsabschnitt 1.1.).

Zu den Pflichten gehört auch die Verwendung von jeweils den anerkannten Regeln der Technik
entsprechenden Materialen. Die Bahn muss entsprechende Eignungsnachweise vorhalten und
auf Verlangen pr?sentíeren.Das Eisenbahn-Bundesamt überwacht dies im Rahmen Seiner Aufsichtstätigkeit und hat dabei auch die untere Wasserbehörde der Stadt Stuttgart um ihre Einschätzung gebeten.

Auch aus der Stellungnahme dieser Behörde ergibt sich kein Anhaltspunkt dafür, dass die Verwendung der Rohre zu beanstanden ist.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
...

Ah ja, Passierschein A38 also. Ich werde nicht locker lassen und mich an die Ingenieure 22 wenden um das weitere Vorgehen zu beraten.
Stay tuned!

Update 31.08.2011

Vom Umweltministerium kam heute eine neue Mail:

Sehr geehrter Herr ,

Ihre Anfrage bezüglich der Verwendung von rostigen Rohren beim Grundwassermanagement haben wir erhalten und bedanken uns für Ihr Interesse. Wir möchten festhalten, dass wir Ihre Besorgnis verstehen. Gleiche Meinung wird auch vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft vertreten.
Anlässlich einer informellen Besprechung wurde seitens des Ministeriums für Umwelt festgehalten, dass derzeit keine Anhaltspunkte für eine wasserrechtliche Problematik oder Gefährdung bestehen. Die von Ihnen beanstandeten Rohre stellen laut dem Ministerium für Umwelt keinen Verstoß gegen den Planfeststellungsbeschluss dar. Der Gewässerschutz wird jedoch sehr ernst genommen und die weiteren Abläufe beim Grundwassermanagement werden vom Ministerium für Umwelt im Auge behalten, um entsprechend und zeitnah reagieren zu können, falls sich Probleme hinsichtlich des Grundwassermanagements ergeben sollten.
Leider ist uns derzeit eine weiterreichendere Antwort nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen



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