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Kommubalisierung - Wirtschaft und Finanzen - Die Nachrichten
Wirtschaft und Finanzen : Kommubalisierung
Geschrieben von c4sh am 09.10.2008 (1793 x gelesen) Artikel vom Autor
Wirtschaft und Finanzen

Und weiter geht es bergab.. Mit verzweifelten Rettungsaktionen versuchen die USA, Japan, die EU und auch Island den schon lange bekannten Untergang dieses Schmiergeld-Systems zu verhindern. Witzigerweise verspielen sie damit auch noch den sprichwörtlich letzten Kredit.

Nicht nur die Banken sind pleite, Staatsmänner plagt dieses Problem zuweilen auch: Der Governator des US-Bundesstaates Kalifornien braucht 7 Milliarden US-Dollar. Nun, dem Mann kann geholfen werden. Man braucht in Zukunft ja nicht mal mehr eine wirkliche Sicherheit, um an Milliardenkredite heranzukommen. Und immerhin hat der ehemalige Filmschauspieler ja den Ruf, ein kompromissloser Hardliner zu sein, da dürfte seine Bonität im Vergleich zu anderen Schuldnern deutlich höher liegen.

In der gegenwärtigen Finanzkrise sind Billiardeninvestitionen von staatlicher Seite pures Gift. Dazu muß man sich verdeutlichen, was Geld eigentlich ist. Unsere schönen Euro-Banknoten sind zuersteinmal hübsches bedrucktes Papier. Im weiteren Sinne stellen sie eine Zahlungsverpflichtung dar, für dessen Sicherheit der Staat mit seinen Organen bürgt (kleines schwarzes Loch Durchmesser 9mm). Der Bargeldanteil macht allerdings in Zeiten des elektronischen Zahlungsverkehrs nur noch einen Bruchteil der gesamten Geldmenge aus, somit liegt die Geldschöpfung de facto nicht mehr in Staatshand, sondern ist im Laufe der Zeit zu den Privatbanken übergegangen. In ihrer unersättlichen Gier haben die Zocker den internationalen Finanzmarkt in ein gigantisches Spielcasino verwandelt. Da der gesamte Zahlungsverkehr weltweit jetzt über das Internet abgewickelt wird, ergeben sich zum Verschachern dieser faulen Milliardenposten ganz neue Möglichkleiten, weswegen diese Krise jetzt auch wirklich global ist. Diesem Spielgeld steht natürlich kein reeller Wert gegenüber, daher war es lediglich eine Frage der Zeit, bis der ganze Schwindel auffliegen würde.

In jedem Markt spielt Vertrauen eine wichtige Rolle. Dazu gehört natürlich auch das Vertrauen, daß Verstöße gegen den Markt bedingungslos geahndet werden ("Wer bescheißt, fliegt raus"). Ist die Vertrauensbasis in einem überreizten Markt gestört, wie bei der Tulpenkrise, so bricht das Kartenhaus irgendwann zusammen. Aber der Markt fängt sich, und auch heute kann man noch Tulpen kaufen.

Heute werden die vertrauensbildenden Maßnahmen (Pleite der Versager) systematisch durch das global-wahnsinnige Einschießen riesiger Geldmengen in den Finanzmarkt und die Verstaatlichung zahlungsunfähiger Spielhöllen korrumpiert; das von den Staatsschauspielern gewünschte Ergebnis kann dabei nicht herauskommen. Das Vertrauen in den Markt ist nachhaltig gestört, weil die schwarzen Schafe nicht durch den Selbstreinigungsprozess entfernt werden. Da niemand weiß, wer die faulen Eier hat und nur durch die Staatsknete noch am Markt ist, verleiht keiner mehr sein Geld. Der Staat muß den Luftballon also noch größer aufpusten, bis es dafür irgendwann richtig kracht, und diesmal weltweit.

Schuld daran ist natürlich der unregulierte Finanzmarkt, so wird es jedenfalls kolportiert. Als Gegenmaßnahme wird nur das konsequente Eingreifen des "Staates" (Globale Macht-Mafia) mittels planwirtschaftlich arbeitender Behörden propagiert. Dies hat nie funktioniert, und es wird in Zukunft auch nicht funktionieren. Der Markt wird es richten.

Aber der Knall wird dann noch lauter.

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