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In der Krise - Wirtschaft und Finanzen - Die Nachrichten
Wirtschaft und Finanzen : In der Krise
Geschrieben von derfaekaldoktor am 02.10.2008 (1624 x gelesen) Artikel vom Autor
Wirtschaft und Finanzen

Nun wird die US-Regierung doch Geld in den Finanzmarkt pumpen. Richtig kann es nicht sein aber die Autolobby hat das große Sagen und die Arbeitsplätze. Es erinnert alles an den schwarzen Freitag, nur dass es diesmal nicht um Spekulationen mit Wertpapieren von Kleinanlegern auf Pump ging.

Bei den Banken: Wer kein vernünftiges Scoring (ich weiß das Wort ist böse, wird aber immer wieder gebraucht) seiner Kunden vornimmt, der muss sich nicht wundern, wenn er mehr faule Kredite hat als er meint. Sicher gehörte das faule Obst schon zum Subprime Bereich. Nur was nützt es, wenn auch hier unkontrolliert Kredite vergeben werden. Das erhöhte Risiko ließen sich die Banken mit höheren Zinsen versüßen. Solange alles gut ging, war auch nichts los. Bei den geringen Zinsmargen war man froh über höhere Einnahmen. Dem Risiko nicht bewusst machte man weiter wie bisher.



Nicht nur Häuser werden in den USA auf Kredit gekauft, auch Autos und fast alles, was es noch so gibt. Kein Wunder also, dass die Autobanken von Ford und GM auf das Geld angewiesen sind, um ihre Autos weiter zu Schleuderpreisen verkaufen zu können. Da kostet ein neuer Chevrolet Trailblazer, der etwa dreimal so groß ist wie ein Golf, umgerechnet etwa 17.000 EUR, je nach Wechselkurs. Die Qualität lässt dabei zu wünschen übrig. Wenn die Innenbeleuchtung eingeschaltet wird und der komplette Dachhimmel nachgibt, dann kann man nicht von guter Verarbeitung reden.

Ob es in den Köpfen der Auto-Manager angekommen ist, dass Marktanteil keine Rentabilitätskennziffer ist? Scheinbar nein! Statt die Fabriken Rentabel zu bewirtschaften, wird stur auf den Marktanteil gesetzt. Himmel, was ist denn so schlimm daran, wenn Toyota General Motors überholt? Hauptsache unter dem Strich stimmen die Einnahmen. Nun ja irgendwann hat sich die Rabattspirale dann verselbständigt und die GM, Ford und Chrysler schreiben rote Zahlen. Wenn ich die Preise für BMW oder Mercedes in den USA bekomme ich Tränen in den Augen und könnte mir zwei solche Autos als Neuwagen leisten.

Die hausgemachte Krise in einem nicht überwachten Markt zeigt, was passiert, wenn man alles der Wirtschaft überlässt. Da wird in Deutschland schnell von Kommunismus gesprochen. Fakt ist aber, dass viele Manager ihre „neuen“ Finanzmarkinstrumente nicht einmal mehr selber verstehen und sich die Investmentabteilungen schon auf der Suche nach noch mehr Rendite verselbstständigt haben. Auf der anderen Seite steht der Regulierungswahn der EU, die zwischen Liberalismus (VW-Gesetz, Sparkassengewährträgerhaftung) und Richtlinien (MIFID, EU-Vermittlerrichtlinie für Versicherungen) sich immer wieder einmischt und scheinbar keine klare Linie verfolgt. Dumm nur, dass die Staatseigenen Banken wie die KfW und SachsenLB sich selbst in die Nesseln gesetzt haben. Die Sachsen haben Investitionen mit „hoher“ Rendite in den Subprime-Standard versenkt und die KfW schickt Gelder an die insolventen Lehmann Brothers. Da könnte nun auch der Verdacht aufkommen, dass die Staatseigenen Banken selber nicht wissen, was sie tun. Was soll man aber erwarten, wenn die Politik ihre Marionetten als verlängerten Arm ins Management bringen und eben diese verselbständigten Abteilungen mit Powerpoint ihre Präsentationen über alternative Anlageformen mit hoher Rendite vorstellen. Da blendet auch schon mal ein Manager sein Risikobewusstsein aus und sieht nur noch die Eurozeichen in den Augen.

Tja Gier nach mehr gibt es eben nicht nur bei den Kleinanlegern, die am Neuen Markt und bei der Telekomaktie vor, sondern auch bei „Topmanagern“. Die Kleinanlegerblase ist vor vielen Jahren geplatzt und nun folgt die Unternehmensblase.

Der Markt ist nun ein anderer. Die Banken und ihre Manager trauen einander nicht mehr. Die Zentralbanken – sind natürlich auch staatlich - pumpen Geld in den Markt damit der Wirtschaftskreislauf nicht kollabiert. Da schreien die Banken wieder nach dem Staat, weil sie nicht klarkommen, ansonsten soll sich der Staat aber bitte nicht überall einmischen.

Was mich angeht, ich wundere mich seit langem, wie eine Wirtschaft wie die USA ohne ein so dichtes Gironetz mit Überweisungen & Co. bisher so erfolgreich sein konnte.

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Mitglied Diskussion
c4sh
Geschrieben am: 02.10.2008 13:57  Aktualisiert: 02.10.2008 13:57
Moderator
Mitglied seit: 01.09.2006
aus:
Beiträge: 92
 _CM_RE: In der Krise
Und zu den Zentralbanken: Die sind mitnichten "staatlich". Die EZB soll ja gerade institutionelle Unabhängigkeit bewahren, bei der FED hängen die *privaten* Mitgliedsbanken drin. Siehe hier.

Und da spielen natürlich auch knallharte Eigeninteressen eine Rolle.

Also von daher schon spektakulär, was Steinbrück & Co. sich da einfallen lassen, hier den Bundeshaushalt in die Pflicht zu nehmen. Wozu soll ich eigentlich noch arbeiten gehen...


Mitglied Diskussion
c4sh
Geschrieben am: 02.10.2008 13:24  Aktualisiert: 03.10.2008 10:43
Moderator
Mitglied seit: 01.09.2006
aus:
Beiträge: 92
 _CM_RE: In der Krise
Nunja, so ganz alleine bin ich mit meiner Einscätzung der Sachlage nun nicht. Vielleicht habe ich es etwas drastischer formuliert als Roger Köppel der Welt, aber dennoch spricht auch er von Planwirtschaft. Was ist es denn anderes, wenn plötzlich die Regierung im "Auftrag" des Steuerzahlers die Kohle an unfähige Unternehmer verschleudert, die die Karre an die Wand gefahren haben. Das unterscheidet sich ideologisch vielleicht vom Ostblock-System, unterm Strich ist es das gleiche mit "demokratischen" Vorzeichen.

UPDATE: Einer wußte schon im März Bescheid und sagt, die Notenbanken zumachen und den Markt sich selbst überlassen.
Zitate
Je weniger einer weiß was er will, desto entschlossener ist er, es zu bekommen.