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Kernschmelze - Wirtschaft und Finanzen - Die Nachrichten
Wirtschaft und Finanzen : Kernschmelze
Geschrieben von c4sh am 30.09.2008 (1863 x gelesen) Artikel vom Autor
Wirtschaft und Finanzen

Jetzt hat es also gekracht an der Wall-Street. Das über Jahre angehäufte Sprengstoff-Depot von faulen Krediten und inflationären Finanzderivaten ist endlich in die Luft geflogen und hat diese überhebliche dummdreiste Klientel der "Golden Boys" weggefegt. Nur gut, daß der US-Kongress, wenn auch aus der falschen Angst vor dem Wähler, das Rettungspaket hat platzen lassen.

Man soll nicht gutes Geld schlechtem hinterherwerfen. Und auch nicht ins fallende Messer greifen. Diese elementaren Redensarten, die ja gerne in irgendwelchen superschlauen Handelsblättern zitiert werden, interessieren in Führungspositionen anscheinend niemanden mehr. Nur so ist es zu erklären, wie man aus dem Urlaub heraus 350 Millionen Euro in ein totes Pferd wie Lehman Brothers investieren kann. Aber das sind Peanuts im Vergleich zu dem, was die Experten im Finanzministerium vorhaben. Dann werden eben im schlimmsten Fall 26.000.000.000 Euro Steuergeld verheizt. Schön, daß bald die Abgeltungssteuer kommt, um die Staatskasse für weitere "Rettungsaktionen" aufzufüllen. Die die Armen werden abkassiert und die Reichen belohnt. Das nennt sich dann soziale Marktwirtschaft.

Aber was will man von den Kommunisten im Reichstag auch anderes erwarten. Die mehr als zwielichtigen Lebensläufe von Murkel und Schmidt geben ja nun wirklich genug Hinweise darauf, was für eine Mischpoke uns hier regiert. Die momentane Finanzkrise wird wieder einmal dazu führen, weitere unsinnige Regulierungen in den Finanzmarkt einzuführen, bis am Ende niemand mehr etwas produziert, weil es sich nicht mehr lohnt zu arbeiten. Der Markt ist ja nicht zusammengebrochen, weil es keine Regulierung seitens des Staates gab, sondern zu viel. Leider verbreiten auch prominente Lehrstuhlinhaber diesen Schwachsinn und fordern allen Ernstes:

Zitat:

SPIEGEL ONLINE: Was muss der Staat jetzt tun, um die Finanzmärkte zu zügeln?

Bofinger: Drei Maßnahmen könnten einiges bewegen: der Aufbau eines globalen Kreditregisters, die Schaffung einer staatlichen Rating-Agentur und ein Minimum an Standardisierung für verbriefte Kredite.


Das riecht nicht nur nach Planwirtschaft, das ist der Weg zur New World Order. Jeder, der ein wenig vom Markt versteht, weiß, daß nach jeder Baisse auch wieder die Hausse kommt. Der Crash ist gut, um den Markt zu reinigen und die Zocker aus dem Saal zu schmeißen. Die Zeit zu investieren wird wiederkommen, und dann steigen auch die Kurse wieder. "Rettungsaktionen" wie die von Steinbrück halten nur tote Patienten künstlich am Leben und kosten den Steuerzahler einen Haufen Geld. Der US-Kongress war wohl doch schlauer als wir und macht erstmal Urlaub.

Nachtrag: Kommunisten, deutlicher kann man es nicht sehen.

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Mitglied Diskussion
derfaekaldoktor
Geschrieben am: 02.10.2008 09:35  Aktualisiert: 02.10.2008 09:35
Kann einfach nicht wegbleiben
Mitglied seit: 02.09.2006
aus:
Beiträge: 104
 _CM_RE: Kernschmelze
Ich kann es mir nicht verkneifen. Wo wäre die Wirtschaft diese Woche geblieben, wenn die staatlichen Zentralbanken kein Geld in der Markt gepumpt hätten?

Ohne ein wenig Planwirtschaft geht es scheinbar nicht, das ergebnis von zuviel Marktwirtschaft erleben wir gerade!

Der Fäkaldoktor

Mitglied Diskussion
c4sh
Geschrieben am: 02.10.2008 21:58  Aktualisiert: 02.10.2008 21:58
Moderator
Mitglied seit: 01.09.2006
aus:
Beiträge: 92
 _CM_RE: Kernschmelze
Da müssen wir doch erstmal fragen, was für Geld da eigentlich verheizt wurde: Buchgeld nämlich, das keinem reellen Gegenwert entspricht.

Zitat:
Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die GoldEagle.com am 16. Juni 2008 zitiert hatte, existierten damals Derivate-Verträge im Wert von über 1.000 Billionen (trillion) Dollar, das 16-fache des Bruttoinlandprodukts der gesamten Erde. In diesem Umfang wurde Geld aus der Wirtschaft realer Güterproduktion abgezogen und auf den "Finanzmärkten" in reines Spielgeld umgewandelt.
http://spatzseite.de 28.09.08

Der "Dank" für den internationalen Zahlungsausgleich gebührt also am Ende dem Steuerzahler, der die aus dieser Zockerei finanzierte Schweinerei mit real (d.h. aus produktiver Arbeit) erwirtschafteten Kohle aufwischen soll. Soziale Marktwirtschaft eben.

Meiner Meinung nach muß man diese Zocker-Banken reihenweise pleite gehen lassen und nicht noch Milliarden und Abermilliarden an "Lösegeldforderungen" (Her mit der Knete, sonst machen wir die Tür zu und ihr habt den Salat) abdrücken. Die Einlagen der "Kleinen Leute" sind ja versichert (sollten sie wenigstens).

Also weg mit diesem Irrglauben, die Regulierung des Marktes könnte was helfen. Planwirtschaft bringt hier gar nichts. Es muß eben immer mal einen Crash geben, daß bringt die Leute auf den Boden der Tatsachen zurück.
Zitate
Der Jammer mit den Weltverbesserern ist, dass sie nicht bei sich selber anfangen.

Mark Twain