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Zwei Schweizer durchbrechen die chinesische Internetzensur - Internet Tipps - Die Nachrichten
Internet Tipps : Zwei Schweizer durchbrechen die chinesische Internetzensur
Geschrieben von norden1574 am 21.10.2007 (6140 x gelesen) Artikel vom Autor
Internet Tipps

Was die Masse anbelangt, ist China Nummer Eins der Welt. Bezüglich Pressefreiheit belegt das Land allerdings die 163. Stelle unter 168 Ländern. Auch das Internet hat das Land nicht freier gemacht: In China wird es stark zensiert. Nun kommt Hilfe aus der Schweiz.

Zwei Schweizer Künstler haben eine Methode entwickelt, wie weltweit jegliche Internet-Kontrolle umgangen werden kann. China - das ideale Testfeld für ihre Art, die Zensur zu besiegen. Die Künstler Mathias Jud und Christoph Wachter haben eine Besichtigungstour durch das Reich der Mitte gemacht. Doch eigentlich interessieren sich die beiden nicht für die Chinesische Mauer aus Stein und Lehm, sondern für jene aus Bits und Bytes - für die digitale Barriere, die den Internet-Verkehr kontrolliert.

Zahlreiche Internet-Seiten sind in China nicht erreichbar. Etwa das Online-Lexikon Wikipedia und die Nachrichten-Seite der BBC. Auch wer nach freiem Tibet, Demokratie oder Menschenrechten sucht, wird geblockt oder umgeleitet. "Die Zensur tritt als Netzwerkproblem in China auf", sagt Mathias Jud. "Es heißt nicht, die Seite ist gesperrt, sondern sie erscheint einfach nicht." Offiziell leugnet die chinesische Regierung die Existenz einer Internet-Zensur. Aber es gibt sie zweifellos. Man nennt sie "Golden Shield" oder auch "The Great Chinese Firewall". Die beiden Künstler haben zu Hause ein Werkzeug entwickelt, wie sie die Internetzensur umgehen können: Picidae!

Hinter Picidae steckt eine genial einfache Idee: Sags mit Bildern. Mit diesem Kniff unterläuft man die chinesischen Zensur, denn die sucht einzig nach verdächtigem Text und heiklen Stichworten. "Mit Picidae erstellen wir ein Bild einer Website", erläutert Mathias Jud. "Wir benutzen dieses Bild als Verschlüsselung, das heißt, die Zensur ist nicht mehr fähig, innerhalb dieses Bildes den Text zu erkennen. Wir Menschen sehen diesen Text aber im Bild auf dem Screen, das heißt,es sieht genau gleich aus." Wer bei Picidae eine Internet-Seite aufruft, erhält von einem Server umgehend das automatisch generierte Bild dieser Webpage, etwa der gesperrten Seite "Tianwang". Dank raffinierter Technik bemerkt der Benutzer nichts davon, dass er auf einem Bild surft. Alles erscheint normal.

Picidae als Fenster zur Welt - es funktioniert ohne zusätzliche Programme und verlangt vom Benutzer keine technischen Kenntnisse. Aus diesem Grund ist Picidae besonders attraktiv. Denn seine Seite ist ein Netzwerk für die kleinen Leute von der Straße, für jene, die keinen eigenen Computer besitzen. Die Schweizer Methode funktioniert auch in Internet-Cafés, denn man muss keine Software installieren. Jeder kann sie benutzen. Das ist wirklich einzigartig.Die Rolle der Menschenrechts-Aktivisten liegt den beiden Schweizern aber nur begrenzt. Sie sehen sich als Künstler, deren Arbeit unter anderem auch gegen die chinesische Zensur benutzt werden kann.

Picidae

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