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Krieg um Kohle - Politik - Die Nachrichten
Politik : Krieg um Kohle
Geschrieben von c4sh am 29.08.2007 (1969 x gelesen) Artikel vom Autor
Politik

Getreu des Clausewitzschen Postulats der Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln gilt in einer globalisierten Welt der Krieg als Erschließung neuer Märkte mittels Waffengewalt. Die neuen Töne des "Allergrößten Feldherrens aller Zeiten" (AGröfaz) im weißen Haus zeigen interessante Anlageoptionen auf.

Der scheidende US-Präsident nutzt die ihm verbliebene Amtszeit, um schnell noch mal die Fleischtöpfe an seine Kamarilla herumzureichen. Dafür muß allerdings nochmal die Kriegskasse mit "fresh money" befüllt werden. Die Situation im Irak wird daher von Bush schon deshalb nich als so schlimm bezeichnet, weil sie nämlich besonders schlimm ist. Der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld, bekannt durch seine detaillierten Analysen insbesondere der Kampfkraft der deutschen Wehrmacht, bringt die Sache auf den Punkt: Fast alle solchen Kriege seit dem Zweiten Weltkrieg sind verlorengegangen, insbesondere der in Vietnam.

Erinnern wir uns kurz an die beinahe legendäre Multimedia-Präsentation des Collin Powell, wo von rollenden Giftgas-Zügen und ähnlichem Unsinn berichtet wurde. Alles vergessen. Aber glaubt man dem National Priorities Project, so zeigt zeigt die Kosten Uhr bald 460 Mrd US-Dollar an. Ein nicht unerheblicher Teil davon dürfte beim bei Verschwörungstheoretiken so beliebtem Militärisch-Industriellen Komplex gelandet sein. Nach den menschlichen Opfern fragt eh keiner, die meisten, denen irgendwas weggesprengt wurde, empfanden das ja auch noch "cool".

Aber die Heimatfront bröckelt. Die Zahl der Freiwilligen, die sich für dieses zweifelhafte Unternehmen begeistern lassen, geht rapide
zurück. Wenn selbst schon die US National Guard ("Weekend soldiers") ranmüssen, zeigt sich, wie dünn die Personaldecke tatsächlich ist.

Wie paßt dann das neue Säbelrasseln in dieses Bild? Mit welchen Soldaten soll denn ein solcher Kieg gewonnen werden, zumal die Revolutionsgarden schon ein anderes Kaliber sind als die schlecht ausgerüsteten und motivierten Palastgarden des Saddam Hussein, die die erste Chance zum "turnover" genutzt haben. Nun zeichnen Seiten wie www.globalfirepower.com ein vielleicht etwas überzogenes Bild des Sachverhalts, aber de facto hat der Iran die Kohle, um ein schlagkräftiges Militär zu unterhalten, und dieser Umstand ist auch den Experten bekannt. Ob der Iran Atomwaffen hat oder nicht, spielt in diesen Überlegungen überhaupt keine Rolle. Auch in diesem Krieg geht es um Kohle, und die Zeitnähe dieser Rede zur Hypothekenkrise, die ein echte Gefahr nicht nur für die US-Hegemonie darstellt, macht nachdenklich. Da wird dann schon mal die Sau des "nuklearen Holocausts" durchs Dorf getrieben. Die Wortwahl macht deutlich, von woher der Wind weht.

Soldaten sind keine mehr da, aber die Aktienkurse von Lockheed und Northrop Grumman zeigen seit dem Einbruch 2003 wieder erfreulich nach oben, da stört auch keine Hypothekenkrise. Da ist noch mehr drin.

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