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Change we have to believe in - Gesellschaft / Zeitgeschehen - Die Nachrichten
Gesellschaft / Zeitgeschehen : Change we have to believe in
Geschrieben von c4sh am 04.05.2011 (1848 x gelesen) Artikel vom Autor
Gesellschaft / Zeitgeschehen

Nach so vielen Jahren, kurz vor dem zehnten Jahrestag der Anschläge des 11. Septembers, geschah, was niemand mehr für möglich gehalten hat: Der meistgesuchte Mann der Welt wurde von einem Killerkommando erschossen; und die westliche Welt jubelt. Die US-Amerikaner vergessen die Arbeitslosigkeit, die Rezession und all ihre anderen Sorgen; Hauptsache, Osama Bin Laden ist erledigt. Bei seinen sinkenden Umfragewerten kommt dies für US-Präsident Barack Obama gerade zum richtigen Zeitpunkt. Selbst das Lager Guantanamo, weswegen Obama lange in der Kritik stand, ist wieder salonfähig. Ist der Krieg gegen den Terror damit zu Ende, die Welt nun eine bessere? Mitnichten, jetzt geht es erst richtig los.

Um die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 ranken sich fast ebensolange die Zweifel, ob die von offiziellen Stellen abgegebenen Erklärungen auch so ganz der Wahrheit entsprechen. Bin Laden, der ja als Drahtzieher gehandelt wurde, und insbesondere sein Ableben bilden da keine Ausnahme. Merkwürdig ist schon die Aussage von Bin Laden selbst, er habe mit den Anschlägen nichts zu tun gehabt. Dies war bei früheren Gelegenheiten anders, bei denen ein Bekenner-Dokument nicht lange auf sich warten ließ. Der Krieg gegen den Terror begann, mit dem expliziten Bekenntnis von US-Präsident George W. Bush, Bin Laden zur Strecke zu bringen. Dies änderte sich schon im März 2002, als dieses Interesse ziemlich erloschen war. Vorher schon haben die Medien gefragt, ob Bin Laden nicht schon früher das Zeitliche gesegnet hatte. Eine sehr interessante Zusammenfassung findet sich hier.

Was hätte das Bekanntwerden des (natürlichen) Ablebens von Bin Laden im Dezember 2001 für den "Krieg gegen den Terror" bedeutet? Es wäre der US-Regierung sicherlich nicht dienlich gewesen, wenn sich dieses "Schwein" durch einen natürlichen Tod seiner gerechten Strafe "widerrechtlich" entzogen hätte. Dann wäre ja das Primärziel erreicht worden, und dem Kriegseinsatz wäre die Hauptgrundlage somit entzogen worden. Jedenfalls verschwand Bin Laden, am Leben oder nicht, ersteinmal von der Bildfläche. Ab und zu hörte man nochmal von ihm in Form von Audio- und Video-Botschaften, über deren Echtheit schon viel gestritten wurde. Auch der folgende US-Präsident räumte ihm keinen hohen Stellenwert mehr ein.

Die Zeit verging, und Bin Laden geriet zunehmend in Vergessenheit. Bis zum 01. Mai 2011, wo dann der Donnerschlag erfolgte. In einer 40-minütigen Kommandoaktion soll Bin Laden in Pakistan in einem luxuriösen Anwesen gestellt und getötet worden sein. Entgegen der ersten Darstellung, Bin Laden hätte bewaffneten Widerstand geleistet, war dieser wohl unbewaffnet. Den Seals, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als solche Einsätze zu trainieren, war es dennoch nicht möglich, Bin Laden lebendig zu überwältigen. Das ist bedauerlich, es wäre wohl durchaus interessant gewesen, im Rahmen eines Tribunals zu hören, was er so vorzubringen gehabt hätte.

Nach gelungener Identifizierung wurde der Leichnam dann auf einen Flugzeugträger geschafft und ist dann "ins blaue Regal" gestellt worden, wie die Seeleute so sagen. Obama hält seine Triumphrede, und selbst die Republikaner zollen ihm Anerkennung. Nur: der Welt wurde nicht ein einziger Beweis präsentiert, daß es sich wirklich um Bin Laden gehandelt hat. Die Veröffentlichung eines glaubhaften Fotos läßt weiter auf sich warten. Nach islamischen Recht muß der Leichnam vor der Bestattung gereinigt werden, also hätten die grausamen (gruesome) Verletzungen ja wenigstens kaschiert werden können, bevor man Fotos der Leiche gemacht hätte. Che Guevaras Bilder gingen auch um die Welt.

Was die DNA-Beweise anbelangt: Diese wurden erstens in atemberaubender Geschwindigkeit erbracht, was schon sehr beachtlich ist; zweitens, der Analytiker bekommt nur zwei Proben, die er zum Vergleich analysiert. Da er ja den Toten nicht selber in Augenschein nimmt, muß er sich auf das ihm zur Verfügung gestellte Probenmaterial verlassen, und das bekommt er ja nun vom Einsatzkommando ausgehändigt.

Es bleibt also nichts anderes übrig, als auf die Aussagen der US-Regierung zu vertrauen, daß es alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Change we can have to believe in.

UPDATE: Es gibt keine Fotos. Basta. Aber wir wir sind 95% sicher, daß er es war. Die Bevölkerung braucht sich ja nicht mit diesem brutalen Kram zu plagen; es reicht ja, wenn wir absolut sicher sind, daß wir ihn erwischt haben.

GEORGE W. BUSH: "Let us never tolerate outrageous conspiracy theories"

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